01.03.2021

Nadia El-Shohoumi verstorben

In tiefer Trauer geben wir den Tod von Dr. Nadia El-Shohoumi bekannt. Sie verstarb im Februar 2021 an den Folgen einer schweren Krankheit.

Foto: Serpil Ekrem, 2014

In tiefer Trauer müssen wir den Tod von Dr. Nadia El-Shohoumi bekanntgeben. Sie verstarb im Februar 2021 an den Folgen einer schweren Krankheit in Granada. Ihr plötzlicher Tod lässt uns tief erschüttert zurück.

Nadia El Shohoumi wurde am 18.8.1963 in Wien geboren und promovierte 1996 nach Ihrem Studium der Orientalistik, Kultur- und Sozialanthropologie sowie Ägyptologie in Wien mit einer vielbeachteten interdisziplinären Arbeit mit dem Titel »Der Tod im Leben, eine vergleichende Analyse altägyptischer und rezenter ägyptischer Totenbräuche – eine phänomenologische Studie«, die im Jahr 2004 in der Reihe »Denkschriften der Gesamtakademie, Band« als Band 27 erschien.

Ihre erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Deutschen Archäologischen Institut am Fatimidenfriedhof in Aswan sei hier ebenso erwähnt wie Ihr Engagement im Rahmen des  Projektes »Euromed Heritage II. Mediterranean Voices: Oral History and Cultural Practice in the Mediterranean« als Research Fellow an der Universität Granada. Wesentliche Beiträge leistete Sie ebenfalls zum EU finanzierten transnationalen Forschungsprojekt »Multilevel Discrimination Against Muslim Women in Europe«, das Sie in Zusammenarbeit mit dem LdEI (Laboratorio de Estudios Interculturales) der Universität Granada durchführte.

Mit dem ÖAI war Nadia El-Shohoumi durch ein Forschungsprojekt in Oberägypten eng verbunden, das in den Jahren 2012-2014 durchgeführt wurde und im Rahmen dessen sie sozialanthropologische Feldstudien mit den Bewohnern nubischer Dörfern rund um Aswan durchführte, deren Familien Ihre ursprünglichen Dörfer auf Grund des steigenden Wasserstandes des Nils durch die Errichtung von Staudämmen südlich von Aswan Anfang des 20. Jahrhunderts, verlassen mussten. Ihre Analyse ergänzte und vertiefte die bauforscherische und archäologische Dokumentation zweier verlassener und halb zerstörter Dörfer in bemerkenswerter Art und Weise. Ihre Studienergenbnisse sind im Band 57 der ÖAI Sonderschriften mit dem Titel »Die altnubischen Dörfer Bāb und Al-Ğūwānī. Zeugen einer versunkenen Kultur« im Jahr 2019 veröffentlicht.

Wir betrauern den Verlust einer hoch geschätzten und herausragenden Wissenschaftlerin und Kollegin, die wir als lebenslustige und mutige Freundin und ganz besonderen Menschen schmerzlich vermissen. Unsere ganze Anteilnahme gilt ihren beiden Söhnen und ihrer Familie.