Die Dynamik der Entwicklung in der Archäologie aufgreifend und maßgeblich mitbestimmend, wurde von Seiten der ÖAW ein Kompetenzzentrum für Archaeological Sciences geschaffen, das einen Schwerpunkt auf naturwissenschaftliche Anwendungen in der Archäologie legt. Für das ÖAI bedeutet dies, folgende Forschungsfelder zu vertiefen:

  • Archäometrie mit aktuellen Schwerpunkten auf den Materialien Keramik, Stein und mineralische Pigmente
  • Bioarchäologie mit den Komponenten Anthropologie, Archäozoologie und Archäobotanik, sowie
  • Geoarchäologie mit einer geplanten Schwerpunktsetzung auf Bohrkernanalysen, Sedimentologie und Mikromorphologie.

Dieses Spektrum soll in Zukunft weiter ausgebaut werden.

Die Basis für die naturwissenschaftlichen Forschungen bilden Speziallabore, deren Ausstattung modernste Analyseverfahren erlaubt, andere werden durch Kooperationen mit nationalen und internationalen Partnern verfügbar sein.

Einen weiteren wichtigen Bestandteil bilden Sammlungen, die in erster Linie für Vergleichsstudien herangezogen werden. Sie haben demnach mehr Forschungs- als Archivcharakter. Konkret ist auf die Steinsammlung (Lithik und Marmor), Tierknochen, Botanik sowie Keramik/Ton in Form von Proben und Dünnschliffen hinzuweisen. Es ist unser erklärtes Ziel, diese Sammlungen auch Partnern für Studienzwecke zur Verfügung zu stellen.

Der Arbeitsbereich ›Archaeological Sciences‹ wirkt in viele Forschungsgruppen der drei Abteilungen sowie in die Transferforschungen, konzipiert aber auch eigenständige Projekte und trägt aktiv zur Nachwuchsförderung durch die Betreuung von akademischen Arbeiten bei. Ein enges Zusammenspiel ist auch mit den ›Heritage Sciences‹ zu erwarten, insbesondere auf dem Gebiet der Materialanalytik. Eine besondere Stärke und auch internationales Alleinstellungsmerkmal des Bereichs sind aber die Mitarbeiter*innen mit ihren ausgewiesenen Expertisen in Spezialbereichen. Dazu zählen die Lithik- und Marmorforschung, die Keramikarchäometrie, ebenso wie die Fischforschungen oder die Expertise auf dem Gebiet der Gärung und Fermentierung.

Aufgrund der hervorragenden Ausstattung sowie der aktiven Wissenschafter*innen ist von einer hohen Attraktivität der ›Archaeological Sciences‹ an der ÖAW auszugehen, die in die Rekrutierung internationaler Expert*innen, aber auch in die Ausbildung von wissenschaftlichem Nachwuchs wirken wird. Daher ist eine enge Kooperation mit verschiedenen österreichischen Universitäten angestrebt. Der Ausbau der ÖAW Archaeological Sciences schafft eine bisher unerreichte Konzentration von Expertise, die den gemeinsamen Standort substantiell aufwertet.

 

Koordination

Michael Brandl