Die Stadt und das Hinterland von Kom Ombo

Der Fundplatz Kom Ombo hat eine Besiedlungsdauer von prähistorischer Zeit bis in das 19. Jh. n. Chr. In griechisch-römischer Zeit war Kom Ombo Metropole und Hauptstadt des 1. Oberägyptischen Gaus. Ab November 2017 wird diese bedeutende Stadt samt ihrem Hinterland von der Zweigstelle Kairo untersucht.

Satellitenbild von Kom Ombo 2017 (Foto: google earth satellite image)
Satellitenbild von Kom Ombo 2017 (Foto: google earth satellite image)

Lage und Name


Kom Ombo liegt ca. 45 km nördlich von Assuan und 120 km südlich von Luxor. Die Ebene von Kom Ombo erstreckt sich über 450 km² östlich des Nils, der in diesem Bereich breiter wird und nach Westen hin einen Knick macht. Das dadurch entstandene Becken ist mit spätpleistozänen Flusssedimenten gefüllt.

Der Name Kom Ombo leitet sich vom altägyptischen Namen Nbyt oder Nbw (»die Goldene«) ab. Der moderne arabische Name bedeutet »Hügel des Ombo«. Inschriftlich seit der ersten Zwischenzeit belegt, wird Kom Ombo ab der Ptolemäerzeit ein wichtiges administratives Zentrum Ägyptens.

Historische Bedeutung


Bereits im späten Paläolithikum (ca. 15000–12000 v. Chr.) finden sich im Becken von Kom Ombo archäologische Fundstätten. Spätestens seit dem Alten Reich war die Stadt auch besiedelt. Aus dem Mittleren und Neuen Reich sind epigrafische Quellen von Tempeln und Privatgräbern bekannt

Der Bau des heute erhaltenen Tempels begann unter Ptolemaios VI Philometor (186–145 v. Chr.), in dessen Regierungszeit der Großteil der Reliefausstattung des Tempels erfolgte. Auch für die Regierungszeit des römischen Kaisers Macrinus (217–18 n. Chr.) lassen sich Arbeiten am Tempel nachweisen.

Forschungsziele


Grundlegende Arbeiten erfolgten 1979 durch Barry Kemp und Michael Jones mit einem archäologischen Survey des neben dem Tempel gelegenen Tells.

Im Rahmen der Untersuchungen der Zweigstelle Kairo wird die antike Stadt Kom Ombo in ihrer Gesamtheit betrachtet werden. Fokus liegt dabei neben der Erforschung der antiken Stadt auch auf deren Hinterland – eine Herangehensweise, die in der Archäologie Ägyptens nach wie vor recht selten systematisch betrieben wird.

Kom Ombo, 16. November 1838 (Foto: David Roberts)
Kom Ombo, 16. November 1838 (Bild: David Roberts)