AKTEN ZUM SYMPOSIUM »Roman Provincial Capitals under Transition«

Von 4. bis 7. November 2019 wurde in Plovdiv/Bulgarien das internationale Symposium »Roman Provincial Capitals under Transition« als gemeinsame Veranstaltung des National Archaeological Institute with Museum der Bulgarian Academy of Sciences und des ÖAI abgehalten.Ziel des Symposiums war es, Beitragende aus dem Bereich der Altertumswissenschaften und der Archäologie aus unterschiedlichen Wissenschaftstraditionen zusammenbringen, um geografisch möglichst breit und diachron das Themenfeld der Hauptstädte des Römischen Reiches zu beleuchten.

Die in Vorbereitung befindlichen Akten des Symposiums sollen die thematische Vielfalt der 25 Beiträge von Vortragenden aus 12 unterschiedlichen Ländern wiedergeben: Neben allgemeinen Überlegungen zu den wesentlichen Charakteristika von Hauptstädten und ihrer Verwaltung werden auch spezifischere Themen diskutiert, die geografisch den gesamten Mittelmeerraum sowie die nördlichen Provinzen umfassen. Folgende Fragen werden in den Akten behandelt: Wie werden Städte zu Hauptstädten? Besitzt jede Provinz eine Hauptstadt oder verfügt sie über mehrere administrative Zentren? Wo residierte der Statthalter und wie manifestierten sich Statthaltersitze in architektonischer Sicht? Wie umfangreich war das Personal des Statthalters? Wie reagierten Städte auf die Tatsache der Hauptstadtwerdung in städtebaulichem Sinn? Wie entwickelten sich Hauptstädte ökonomisch? Welche Handelsbeziehungen verbanden sie mit anderen Städten in der jeweiligen Provinz oder anderen Hauptstädten? Wie reagierten Hautstädte auf Phasen der Krise im Reich und Umstrukturierungen der Provinzen? Welchen Einfluss hatten administrative Zentren und die Präsenz der römischen Administration auf die Entwicklung der Kunst?

Generell sollen neue Forschungsergebnisse, die seit der grundlegenden, vor mehr als zwei Jahrzehnten erschienen Arbeit von Rudolf Haensch, Capita provinciarum. Statthaltersitze und Provinzialverwaltung in der römischen Kaiserzeit (Mainz 1997) vorgestellt werden. Der Autor selbst wird seine aktuelle Sicht auf das Thema Hauptstädte im Römischen Reich von der Kaiserzeit bis in die Spätantike darlegen. Es zeigt sich, dass ein scheinbar schon intensiv beforschtes Thema großes Potenzial für weitere Auseinandersetzungen bietet.