Archäologische Funde aus einer "Mithrashöhle" auf der Gradišče bei St. Egyden

Typische Gefäße mit Schlangenverzierungen in Höhlen deuten üblicherweise auf einen Zusammenhang mit dem Mithraskult. Der Großteil der zahlreichen Gefäßkeramik- und Tierknochenfunde akkumulierte im Zuge von Kultmahlen in der Höhle und spiegelt so die Speisegewohnheiten und die Auswahl der Tiere für die Ausübung des Kults wider. 

Die Bearbeitung des archäologischen Fundmaterials aus einer Mithrashöhle auf der Gradišče bei St. Egyden erfolgt in Zusammenarbeit mit P. Gleirscher (Abteilung für Ur- und Frühgeschichte Landesmuseum Kärnten). Das außergewöhnliche Fundmaterial stammt aus einem durch einen eiszeitlichen Blockversturz entstandenen höhlenartigen ›Unterstand‹.

Die Funde wurden aus einer bis zu 70 cm dicken aschigen Schicht durch Sieben gewonnen. Neben den sehr zahlreichen Tierknochen fanden sich auch viele Scherben von Ess- und Trinkgeschirr, Fragmente von Öllämpchen und Münzen. Tatsächliches ›Kultgerät‹ sind ein Marmorblock, der wohl eine Art Altar darstellt, und mehrere mit Schlangenfiguren verzierte Kultgefäße.

Die bisher gesichteten Überreste der Tiere bestätigen, dass die typischen Vertreter in kultischen Mahlzeiten repräsentiert sind. Im Material finden sich zahlreiche Geflügelknochen. Viele stammen von Hühnern, allerdings kann auch Wildgeflügel nachgewiesen werden. Reste von sehr jungen Schafen, Ziegen und Schweinen im Fundspektrum sind ebenfalls typische Anzeiger für den Verzehr im Zusammenhang mit dem Mithraskult. Daneben finden sich aber auch natürlich in die Ablagerungen gekommene Faunenelemente, die nicht mit dem Kult in Zusammenhang stehen.