Griechische Befestigungen der geometrischen und archaischen Zeit

Die Habilitationsarbeit von O. Hülden (LMU München 2016) umfasst eine kritische Bewertung und Einordnung der als geometrisch oder archaisch eingestuften Befestigungsanlagen der griechischen Welt. Das Manuskript ist zum Druck in den Sonderschriften des ÖAI angenommen und wird 2019 erscheinen.

Wesentliches Ergebnis der Studie stellt dar, dass von einer durchgehenden Befestigung der fast über den gesamten Mittelmeerraum verstreuten frühen griechischen Siedlungen zumindest anhand der bisherigen archäologischen wie historischen Evidenz nicht die Rede sein kann. Vielmehr spricht viel dafür, dass es in den einzelnen Regionen der griechischen Welt mit ihren unterschiedlichen naturräumlichen Bedingungen und vor dem Hintergrund unterschiedlicher historischer Rahmenbedingungen zu divergierenden Entwicklungen im Befestigungswesen kam, wozu offensichtlich auch der Verzicht auf die Errichtung einer Siedlungsbefestigung gehören konnte. Von der Befestigung als konstituierendem Element der griechischen Polis kann jedenfalls vor der klassischen Zeit nicht die Rede sein.