FORSCHUNGEN IM BEREICH DER AKROPOLIS VON AIGEIRA, 2011–2018

Mit ihrer langen Nutzungsgeschichte, die mit Unterbrechungen von der Frühbronzezeit bis in das Mittelalter dauerte, zählt die Akropolis von Aigeira zu den bedeutendsten Fundplätzen in der Landschaft Achaia. Ihre Erforschung war und ist einer der Schwerpunkte in der langjährigen Tätigkeit des ÖAI in Aigeira.

Der in Vorbereitung befindliche Band wird sowohl Erkenntnisse zu den von Wilhelm Alzinger geleiteten Grabungen als auch neue Ergebnisse aus den unter der Leitung des Herausgebers wiederaufgenommenen Forschungen in dem Areal der Akropolis von Aigeira präsentieren.

Unter W. Alzinger wurde die Akropolis zwischen 1975 und 1983 vollständig freigelegt. Zu den wichtigsten Entdeckungen gehörten die spätbronzezeitliche (mykenische) Siedlung, die das gesamte Plateau der Akropolis einnahm, und das auf die prähistorische Siedlung folgende griechische Heiligtum archaischer und klassischer Zeit. Nachgrabungen zwischen 2011 und 2016 am östlichen Akropolisabhang und an dem unterhalb gelegenen sog. Sattel erbrachten neue Erkenntnisse zur Siedlungsgeschichte während der späten Bronze- und frühen Eisenzeit.

Unter den zahlreichen Funden des griechischen Heiligtums verdient vor allem ein aufwendig gestaltetes korinthisches Dach Erwähnung, das zu einem spätarchaischen Tempel gehörte. Nach dessen Aufgabe wurden große Teile des Dachs in einer Zisterne am Südrand der Akropolis deponiert. Die späteste Nutzung der Akropolis fällt, wie Münz- und Keramikfunde zeigen, in das 12. Jh. n. Chr.; wahrscheinlich wurde sie zu diesem Zeitpunkt auch erneut befestigt.

Der Band wird besonders interessante Aspekte aus dem Fundmaterial von der historischen Akropolis herausgreifen und diskutieren. Damit soll eine Ausgangsbasis geschaffen werden für bereits begonnene, aber auch noch in Planung befindliche Forschungsprojekte, welche verschiedene Fragestelllungen weiter vertiefen und die Akropolis in übergreifende Betrachtungen zu Aigeira und Achaia in den historischen Epochen einbeziehen möchten.