Ernährung im antiken Ephesos: Isotopenanalysen an Mensch und Tier

Seit dem Jahr 2015 werden in Ephesos im Rahmen der Nekropolenforschungen Isotopenanalysen durchgeführt, um die Ernährungsgewohnheiten der ephesischen Bevölkerung nachvollziehen zu können.

Ephesos, Aufbereitung der Proben im Depot des Grabungshauses (A. Galik, S. Emra, M. Wong) (Foto: ÖAW-ÖAI/M. Steskal)

Die Erforschung der Ernährungsgewohnheiten der ephesischen Bevölkerung bildet einen der Schwerpunkte der am Department für Bioarchäologie am ÖAI angesiedelten anthropologischen und archäozoologischen Forschungen. 

Sample


Um die Ernährungsgewohnheiten der Ephesier in historischer Zeit aus einem komplementären Blickwinkel beleuchten zu können, wurden im Jahr 2014 knapp 300 Proben von Menschenknochen aus Gräbern der archaischen Periode bis in das späte Mittelalter genommen. Ziel ist es, einen repräsentativen Querschnitt durch die ephesische Bevölkerung zu erhalten. 

Methode


Aus diesen Proben werden aktuell in einem Kooperationsprojekt mit M. Richards (Simon Fraser University, Kanada) sowie von J. Montgomery (Durham University, UK) Proteine extrahiert, um in weiterer Folge die Anteilsverhältnisse der stabilen Kohlenstoff-, Stickstoff und Schwefelisotopen zu bestimmen. Dadurch soll ein generelles Verständnis des Anteils von tierischer, pflanzlicher sowie mariner und terrestrischer Nahrung an der Versorgung der ephesischen Bevölkerung gewonnen werden. Neben diesen Proben aus Menschenknochen wurden zeitgleich Proben von Tierknochen genommen, um ein möglichst ganzheitliches Bild der Ernährungsgewohnheiten rekonstruieren zu können. Wann immer die Analyseergebnisse einzelne Abweichungen oder Ausreißer aus den Clustern ergeben, werden ergänzend mitochondriale DNA-Analysen oder Analysen des Zellkerns dieser Individuen durchgeführt. In Verbindung mit Strontiumisotopenanalysen soll abgeklärt werden, ob die unterschiedliche Ernährungsgewohnheit des spezifischen Individuums auf eine fremde Herkunft zurückzuführen ist.

Ephesos, Anteil der Stickstoff- und Kohlenstoffisotopen in terrestrischer, mariner und Süßwassernahrung sowie C4-Pflanzen (Grafik: M. Wong)