Ernährung im römischen Brigantium anhand archäozoologischer Überreste

Der Vergleich des Tierartenspektrums und der Ernährungsgewohnheiten auf einem Areal, das zuerst als Militärlager, dann als ziviler Wohnraum genutzt wurde, erlaubt kombiniert mit archäologischen Ergebnissen neue Erkenntnisse für die antike Versorgung.

Brigantium, Hirschschädel mit an der Basis abgesägten Geweihstangen (Foto: ÖAW-ÖAI/A. Galik).

Archäologischer Befund


Die Untersuchungen resultieren aus dem FWF-Projekt »Vom Militärlager zur Zivilsiedlung – Die Genese der westlichen Peripherie von Brigantium« (Leitung: G. Grabherr), welches sich mit der Entwicklung der römerzeitlichen Besiedlung Brigantiums, dem heutigen Bregenz, auf dem Gelände des sog. Böckleareals beschäftigte. Die Ausgrabungen erbrachten beiderseits der Hauptstraße mehrere römische Besiedlungsphasen, darüber hinaus gelang der Nachweis des frühkaiserzeitlichen Militärlagers von Brigantium. Nach seiner Aufgabe wurde das Areal als ziviler Wohnraum genutzt.

Die Bearbeitung der Grabungsbefunde und des archäozoologischen Fundmaterials bietet für die Rekonstruktion der Versorgung von Brigantium hohes Potenzial. Besonderes Interesse weckt hier natürlich der Vergleich der Versorgung des Militärs im Lager mit der Versorgung der nachfolgenden Zivilbevölkerung. 

Archäozoologischer Befund


Unterschiede in der Zusammensetzung der Tierarten und auch der Präsenz bestimmter Körperpartien der Haustiere können Hinweise auf eine lokale Versorgung oder auch auf Versorgung mit angeliefertem und haltbar gemachtem Fleisch geben. Neben den Tierarten ist auch ein Vergleich der Zerlegung und Verarbeitung des Schlachtviehs im Kontext des Militärlagers und der Zivilsiedlung von Interesse.