Tierwirtschaft und Subsistenz in der späten Bronzezeit und frühen Eisenzeit in Aigeira

Die archäozoologischen bronzezeitlichen Funde aus Aigeira weisen auf die bevorzugte Haltung von Ziegen, Schafen, Rindern und in geringerem Ausmaß auch von Schweinen hin. Von den kleinen Hauswiederkäuern wurden das Fleisch, aber auch Wolle und Milch genutzt. Besondere Funde sind hier Löwe sowie Pferd und Esel.

Aigeira, fragmentiert erhaltene Klappe eines Spondylus (Foto: ÖAW-ÖAI/A. Galik)
Aigeira, fragmentiert erhaltene Klappe eines Spondylus (Foto: ÖAW-ÖAI/A. Galik)
Aigeira, dritter Unterkiefermahlzahn eines Esels (Foto: ÖAW-ÖAI/A. Galik)
Aigeira, dritter Unterkiefermahlzahn eines Esels (Foto: ÖAW-ÖAI/A. Galik)

Die jüngsten Ausgrabungen unterhalb der antiken Akropolis von Aigeira erbrachten umfassendes archäozoologisches Fundmaterial, das die Haustiernutzung und die Wirtschaftsweisen in einem weiteren zeitlichen Rahmen rekonstruieren lässt.

Haustiere


Ziegen und Schafe, gefolgt von Rindern stellen die wichtigsten Haustiere dar. Diese Nutztiere wurden offenbar überwiegend im mittleren Lebensalter geschlachtet. Ein derartiges Schlachtalterprofil spricht für die Nutzung von Sekundärprodukten wie Milch, Haaren oder Wolle, aber auch für die Absicht auf optimalen Fleischertrag. Die Rinder dürften recht kleinwüchsig und von graziler Gestalt gewesen sein. Unter den deutlich weniger häufigen Schweineknochen, die zudem ein geringeres Schlachtalter aufweisen, fanden sich auch ausgesprochen große Knochen – sie dürften allesamt von Wildschweinen stammen. 

Tierische Besonderheiten


Bemerkenswert sind in Aigeira die Pferde- und Eselsreste, die ebenso wie der Beckenknochen eines Löwen nachgewiesen werden konnten. Rothirsch- und Hasenknochen sowie einige Meeresmuscheln und Schnecken komplettieren die Wildtierfauna.