Archäozoologische Untersuchungen am westlichen Rand der Akropolis von Ägina-Kolonna

Die bronzezeitlichen Funde aus der Siedlung Kolonna auf der Insel Ägina indizieren den Sitz einer lokalen Elite als Bewohner. Die archäozoologischen Funde weisen einerseits durch Haustierhaltung und andererseits durch Jagd und Fischerei ebenfalls in diese Richtung. Als besondere Jagdbeute ist der Nachweis eines Löwen zu nennen. 

Ägina-Kolonna, Gehäusefragment eines Tritonshorns (Foto: ÖAW-ÖAI/G. E. Weissengruber)
Ägina-Kolonna, Gehäusefragment eines Tritonshorns (Foto: ÖAW-ÖAI/G. E. Weissengruber)

Tierhaltung und -nutzung


Die zahlreichen archäozoologischen Funde im Zuge der bronzezeitlichen Ausgrabungen auf Ägina zeigen, dass die Haltung von Schafen und Ziegen auf der Insel von größerer Wichtigkeit war als auf dem Festland, wo üblicherweise die Rinder stärker vertreten sind. Schweine wurden ebenfalls gehalten und konsumiert, jedoch in geringerem Ausmaß. 

Fischerei


Ägina-Kolonna, Wirbelknochen von Makrelen (Foto: ÖAW-ÖAI/A. Galik)
Ägina-Kolonna, Wirbelknochen von Makrelen (Foto: ÖAW-ÖAI/A. Galik)

Neben der Nutzung des Proteins der Haustiere zeigen die vielen verschiedenen Arten von Muscheln, Schnecken und Fischen die Bedeutung des Meeres. Vor allem in den späthelladischen Befunden fällt eine Häufung klein zertrümmerter Purpurschneckengehäuse auf, was auf die Produktion des wertvollen roten Purpurfarbstoffs hinweist. 

Jagd


Ägina-Kolonna, Oberarmknochen eines Löwen (Foto: ÖAW-ÖAI/G. E.Weissengruber)
Ägina-Kolonna, Oberarmknochen eines Löwen (Foto: ÖAW-ÖAI/G. E.Weissengruber)

Die Jagd spielte offenbar ebenfalls eine wichtige Rolle, aber nicht so sehr als dringender Nahrungserwerb. Jagdwild waren Damhirsch, Rothirsch und Wildschwein. Für größere Tiere wie den Auerochsen oder den Löwen war vermutlich nicht ausreichend Platz auf der Insel, was für Jagdausflüge auf das Festland spricht. Neben den Vögeln, die üblicherweise bejagt wurden, fanden sich Nachweise für den Konsum von Kormoranen. Diese fischfressenden Wasservögel konnten auch in Kommos auf Kreta nachgewiesen werden.
Die Ernährung der Bewohner des außergewöhnlichen großen Gebäudes von Kolonna weist – wie auch das qualitätvolle lokale und importierte Geschirr – auf gesellschaftlich höher gestellte Persönlichkeiten, deren Lebensstil sich an dem minoischen Kreta orientierte.