AG »Natur- und Kulturlandschaften«

Jede Siedlung steht in unmittelbarer Wechselwirkung zu ihrer Umgebung, verwandelt Naturlandschaft in Kulturlandschaft. So werden etwa Wälder gerodet, Hänge terrassiert und sumpfige Ebenen trockengelegt, um Acker- und Weideland zu gewinnen. Natürliche Ressourcen wie Wasser, Holz, Wildtiere, Metall und Stein werden erschlossen und der Kulturlandschaft entzogen, dafür Abfälle und Abwässer in sie eingebracht. Im Gegenzug stellt auch Landschaft Herausforderungen an die Menschen, wenn Prozesse wie Erosion und Verlandung, Wüstenbildungen oder Gewässerspiegelschwankungen das Bestehen von Siedlungen gefährden. Durch die Erstellung von Geländemodellen und das Auswerten von Geoarchiven – über Methoden der Sedimentologie, der Pollenanalyse oder der Geochemie – können lokale wie regionale Veränderungen von Siedlungsräumen fassbar gemacht werden. Eingebettet in den kulturhistorischen Kontext lassen sich daraus zahlreiche Rückschlüsse ziehen, etwa zur Kontinuität oder Diskontinuität von Siedlungen, zu Versorgungsstrukturen urbaner Räume oder zu den Auswirkungen klimatischer Veränderungen bis hin zu Naturkatastrophen.

 

Leitung: Andreas G. Heiss