Archäometrische Analysen an der vorklassischen Keramik aus Lousoi

Die geometrischen und archaischen Gefäße aus dem Heiligtum der Artemis Hemera in Lousoi (Peloponnes) werden mit petrografischen und geochemischen Methoden untersucht, um die Produktionsorte und die Herstellungstechniken, nach denen sich verschiedene Werkstätten unterscheiden lassen, herauszufinden. Durch die Bestimmung der Herkunft der Gefäße kann die regionale und überregionale Ausstrahlungskraft des Heiligtums rekonstruiert werden.

Lousoi, Heiligtum der Artemis Hemera. Für Trink-und Miniaturgefäße typisches Fabrikat mit schwarzen Einschlüssen (© ÖAW-ÖAI/P. Fragnoli)
Lousoi, Heiligtum der Artemis Hemera. Für Kochwaren typisches Fabrikat mit Quarzeinschlüssen (© ÖAW-ÖAI/P. Fragnoli)

Ziele und Untersuchungsmethoden


In diesem Projekt werden vor allem petrografische und wellenlängendispersive Röntgenfluoreszenz-Analysen angewandt. Zusammenarbeit und wissenschaftlicher Austausch mit anderen archäometrischen Projekten auf der nördlichen Peloponnes und am Golf von Korinth sollen helfen, eine umfangreiche petrografische und geochemische Vergleichsdatenbank aufzubauen, mit deren Hilfe es möglich wird, regionale Austauschnetze zu rekonstruieren. Repräsentative Keramikproben werden anhand allgemeiner, mikroskopisch sichtbarer Merkmale der Tonmatrix und der Einschlüsse ausgewählt, die sich mit zerstörungsfreien Untersuchungsmethoden (pXRF und optisches Mikroskop) bestimmen lassen. Für die Definition einer lokalen Referenzgruppe werden auch geologische Proben und hellenistische Baumaterialien (z. B. Dachziegel) sowie Fehlbrände herangezogen.

Neben Herkunftsfragen können archäometrische Untersuchungen technologische Aspekte wie die Tonmassenaufbereitung, Formungsprozesse, Oberflächenbehandlung und Brennvorgänge beleuchten. Weiterhin soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit sich jene Gefäße, die nur in rituellen Kontexten auftreten, von dem sonstigen Keramikinventar technologisch unterscheiden.