Konservierung und Restaurierung der Türbe im Artemision von Ephesos

Geplant ist, die bereits in den Jahren 2009 bis 2011 ausführlich archäologisch und bauhistorisch untersuchte Türbe im Rahmen eines mehrjährigen Projekts zu konservieren und zu restaurieren. Das Bauwerk, das sich in unmittelbarer Nähe des Artemistempels befindet, soll dabei mithilfe eines nachhaltigen Konservierungskonzeptes soweit instandgesetzt werden, dass es für die Besichtigung geöffnet werden kann. 

Ausgangssituation


Während der ersten Restaurierungskampagne 2015 konnten im Rahmen der Bestands- und Zustandsanalyse mehrere statische Problembereiche als Hauptgefährdung ausgemacht werden. Insbesondere die fehlenden Ziegelsteine in der Kuppel führten dazu, dass der Gewölbeschub nicht mehr geordnet in die darunterliegenden Mauern abgeleitet werden konnte. Aber auch die ehemals vorhandenen hölzernen Bauteile wie der Ringschluss und die meisten der Fensterüberlager stellten einen konstruktiv-statischen Problembereich dar, zumal diese Teile bereits vollständig verwittert waren. Demgemäß sollten durch den Einbau einer neuen Ringschließe aus Metall sowie durch die Ergänzung der fehlenden Fensterüberlager und die Sicherung der Kuppel diese Gefährdungen im Rahmen eines nachhaltigen Konzeptes behoben werden.

Konservierung und Restaurierung 2015


Das Hauptaugenmerk der ersten Restaurierungskampagne lag neben der statischen Begutachtung auf der Konservierung der inneren Raumschale. Alle Oberflächen wurden dabei trocken und nass gereinigt, wobei großer Wert auf den Erhalt des gewachsenen Erscheinungsbildes gelegt wurde. Nach der Reinigung konnten Putzschalen und -blasen im Bereich großer Hohllagen durch Injektion einer kalkhaltigen Hinterfüllmasse wieder mit dem Mauerwerk verbunden werden. Um weit abstehende Putzschollen und verlustgefährdete Putzbereiche zu sichern, wurden Anböschungen mit Kalkmörtel vorgenommen. Als Vorbereitung für die zukünftig geplante Instandsetzung der Kuppel von außen wurden alle sichtbar nach innen offenen Fugen mit quellfähigem Kalkmörtel verschlossen. Durch diese Maßnahmen konnten die großflächig erhaltenen Putzbereiche im Innenraum unter Wahrung eines dem Alterswert entsprechenden Erscheinungsbildes gesichert werden.

Konservierung und Restaurierung 2016


Ziele der zweiten Restaurierungskampagne waren die statischen Sicherungen und die Instandsetzung der Kuppel, wobei hier die wichtigste Maßnahme der Einbau einer Ringschließe aus Baustahl war. Nachdem die Stahlstäbe positioniert und verbunden waren, konnten die verbliebenen Fehlstellen verschlossen und die Ringschließe gemäß dem bauzeitlichem Bestand vermauert werden. Die Schließung der Fehlstellen in der Kuppel erfolgte nach einer gründlichen Trocken- und Nassreinigung mit handgeschlagenen Ziegeln. Die unterschiedlichen Ziegelformate wurden dem bauzeitlichen Bestand angepasst und mit hydraulischem Kalkmörtel unter Zugabe von Ziegelsplitt vermauert. Zusätzlich wurden bei breiteren Stoß- und Lagerfugen Bruchstücke aus Ziegel oder Bruchsteinen eingesetzt und abschließend alle Fugen geschlossen. Besonderes Augenmerk wurde auf ein sorgfältiges Verfüllen aller Hohlräume gelegt, um einen vollflächigen Kontakt zwischen Alt- und Neumaterial herzustellen und so eine Verbindung zwischen innerer und äußerer Kuppelschale zu gewährleisten. 

Ausblick


In einer geplanten dritten Kampagne sollen schließlich sämtliche Arbeiten an den Außenwänden fertiggestellt sowie der Boden und die Grablegen im Innenraum konservatorisch behandelt werden.