Konservierung und Restaurierung der Wandmalereien im Hanghaus 2 in Ephesos

Zu einem der größten Restaurierungsprojekte in Ephesos gehört seit 2010 die Konservierung und Restaurierung der reich erhaltenen Wandmalereien im Hanghaus 2. Absicht des von der »Ephesus Foundation« finanziell unterstützten Projekts ist es, den langfristigen Erhalt der Wandmalereien zu sichern.

Schadensbilder


Die nach der Freilegung in den 1960er bis 1980er Jahren provisorisch gesicherten und teilweise umfangreich restaurierten Wandmalereien weisen viele unterschiedliche Schadensbilder auf. Dazu zählen neben Fehlstellen und Rissen, die in verschiedenen Ausprägung sämtliche Schichten des Verputzes durchziehen, vor allem Salzausblühungen. Die Salze haben ihren Ursprung unter anderem in Restaurierungsmaterialien, die im Zuge der provisorischen Sicherung verwendet worden waren. An den Malereioberflächen selbst befinden sich kalk- und teilweise gipsreiche mineralische Krusten, die sich während der langen Bodenlagerung an den Oberflächen gebildet haben; sie stellen vor allem ein ästhetisches Problem dar. An manchen Stellen findet sich auch mikrobieller Bewuchs. 

Vorgehensweise und Methode


Bevor die eigentlichen Restaurierungsmaßnahmen beginnen, werden nach einer ausführlichen Fotodokumentation des Istzustandes sämtliche Oberflächen mit Trocken- und/oder Nassreinigung von Staub und Verschmutzungen befreit. Zu den ersten Arbeitsschritten gehört anschließend meist die Sicherung akut gefährdeter Verputzbereiche. Hierfür werden Hohlstellen mit Injektionsmörtel auf Kalkbasis hinterfüllt, um die Anbindung an die dahinterliegenden Schichten zu erreichen. Offene Ränder werden zuvor durch Anböschungen mit Kalkmörtel geschlossen. Strukturell geschädigte Bereiche des Grob- oder Feinputzes werden mit Festigungsmedien auf Kalkbasis konsolidiert. Die Entfernung der mineralischen Krusten erfolgt je nach Art der Krusten mechanisch mit dem Skalpell oder chemisch durch Ionentauscherharze oder Ammoniumkarbonatkompressen. Sofern eine Entsalzung notwendig ist, passiert diese meist mit Kompressen und entionisiertem Wasser. Die während früherer Restaurierungen und Notsicherungen eingebrachten Zementmörtel werden sukzessive entfernt und durch geeignetere Festigungsmedien ersetzt.

Sämtliche Maßnahmen erfolgen unter strenger Berücksichtigung des Bestands. So wird großer Wert darauf gelegt, dass alle sichtbaren Ausstattungsphasen und auch die Zerstörungsspuren lesbar bleiben.

Klimamessungen


Um die klimatischen Bedingungen innerhalb des Schutzbaus zu dokumentieren und in weiterer Folge interpretieren und bewerten zu können, erfolgen seit 2014 Klimamessungen mithilfe von Datenloggern. Dabei werden die Temperatur und die relative Luftfeuchtigkeit im Jahresverlauf gemessen. Die generierten Daten sollen neben einem grundlegenden Überblick und der Überwachung der klimatischen Situation Aufschluss über mögliche problematische Bereiche oder Schwankungen geben. Sofern notwendig, können auf dieser Basis Maßnahmen im Sinne der präventiven Konservierung vorgenommen werden. Die Schaffung geeigneter Erhaltungsbedingungen stellt neben der praktischen Konservierung und Restaurierung der Wandmalereien einen Grundpfeiler des Konzeptes zu deren langfristiger Erhaltung dar.