DER EHRENBOGEN FÜR ORNIMYTHOS VON LIMYRA

Der Ehrenbogen für Ornimythos von Limyra ist das Denkmal eines prominenten Bürgers von Limyra, vermutlich des zu seiner Zeit führenden Politikers dieser Polis und eines der maßgeblichen Repräsentanten des Lykischen Bundesstaates.

Von dem Ehrenbogen für Ornimythos sind sowohl die Fundamente als auch einige Bauteile südlich des Ptolemaions in situ erhalten. Darüber hinaus existieren mehr als 30 Architekturglieder, die dem Bogen zugewiesen werden können und eine Rekonstruktion erlauben. Das Monument gehört der sehr frühen Kaiserzeit an.

Architektur des Bogens


Das einbogige Ehrentor war in zwei Geschossen aufgebaut. Im Untergeschoss waren die beiden Wangen des Durchgangs als drei gebündelte, kannelierte Halbsäulen mit korinthischen Kapitellen gestaltet, die Außenseite bestand aus einem schlichten Pfeiler ebenfalls korinthischer Ordnung. Das Gebälk des Untergeschosses trug mittig einen gesprengten Giebel, auf dem ein doppelt faszierter Bogen mit der Ehreninschrift für Ornimythos ruhte. Auch die rahmenden Pfeiler an der Außenseite des Obergeschosses waren in korinthischer Ordnung ausgeführt. Kapitelle und Pfeiler der äußeren Schmalseiten waren alle auf Ansicht gearbeitet, sodass es sich um ein frei stehendes Monument gehandelt haben muss. Den oberen Abschluss bildete ein horizontales Konsolengeison. Wie an anderen Ehrenbögen auch finden sich an der Oberseite der Geisonblöcke Einarbeitungen, die auf die Aufstellung von Basen für Ehrenstatuen o. Ä. hinweisen. Die Gesamthöhe lässt sich mit etwa 10 m rekonstruieren. Besonders bemerkenswert ist die geringe Tiefe des Monuments, die im Bereich der unteren, kleeblattförmig angeordneten Säulen lediglich 1,25 m beträgt.

Projektziel


Eine möglichst präzise und detaillierte Rekonstruktion des Ehrenbogens bildet die Grundlage für seine architekturhistorische Einordnung. Diese ist insbesondere in Zusammenhang mit der kultur- und gesellschaftsgeschichtlichen Deutung des Bauwerks von Interesse: Ornimythos war vermutlich einer der Proponenten der ›Romanisierung‹ Lykiens und dessen Neuordnung als römische Provinz durch Kaiser Claudius, 43 n. Chr.