Das Bogentor östlich des ›Ptolemaions‹ von Limyra

Das Bogentor südöstlich des ›Ptolemaions‹ ist wegen seiner Bauform, seiner innerstädtischen Lage, seiner inschriftlichen Widmung an ein Mitglied der bürgerlichen Elite Limyras und besonders wegen seiner frühen Zeitstellung (Mitte 1. Jh. n.Chr.) ein kunsthistorisch und stadtgeschichtlich bedeutendes Monument.

Limyra, Areal östlich des ›Ptolemaions‹ mit Resten des Torbaus im Vordergrund (Foto: ÖAW-ÖAI/C. Kurtze)
Limyra, Areal östlich des ›Ptolemaions‹ mit Resten des Torbaus im Vordergrund (Foto: ÖAW-ÖAI/C. Kurtze)

Das Bogentor


Limyra, Keilstein vom Bogentor mit Teil der griechischen Inschrift (Foto: ÖAW-ÖAI/R. Hügli)
Limyra, Keilstein vom Bogentor mit Teil der griechischen Inschrift (Foto: ÖAW-ÖAI/R. Hügli)

Die von A. Pülz und P. Ruggendorfer freigelegten, teilweise in situ befindlichen Reste erlauben eine vollständige Rekonstruktion und architekturhistorische Einordnung des Monuments. Es handelt sich um einen eintorigen Bogen mit Archivolte über gesprengtem Giebel. Von wesentlicher Bedeutung für das Verständnis des Tors ist die auf ihm angebrachte Inschrift mit der Widmung an einen der führenden prorömischen Politiker Limyras im historischen Umfeld der Provinzialisierung Lykiens unter Kaiser Claudius.

Die städtebauliche Situation


Darüber hinaus ist die Lage des Bogentors städtebaulich von großem Interesse: Es muss auf jeden Fall einen wichtigen Punkt im Stadtgefüge markiert haben, möglicherweise befand sich an dieser Stelle bereits in der Antike ein Wasserarm mit einer Brücke. Die Hypothese der Ausgräber mit ihren Implikationen sowohl für die Urbanistik Limyras als auch für die chronologische Abfolge der Bauten im Areal östlich des ›Ptolemaions‹ ist zu überprüfen, weiterreichende Untersuchungen der städtebaulichen Situation müssen sich anschließen.

Die Untersuchung des Bauwerks


Architektur und Rekonstruktion werden von U. Quatember bearbeitet, die Inschrift wird von M. Wörrle ediert und kommentiert. Insbesondere bezüglich der Lage im Stadtgefüge ergeben sich zahlreiche Überschneidungen mit den Untersuchungen zu Limyra in hellenistischer Zeit, insbesondere zur hydrogeologischen Situation.