Der Architektursurvey in der ›Ost-‹ und der ›Weststadt‹ von Limyra

Seit 2014 wird in der Unterstadt von Limyra ein Architektursurvey unternommen. Bislang konzentrierte sich die Arbeit auf die sog. Oststadt, wo mehrere substanzielle Strukturen an der Oberfläche sichtbar sind. Durch die Dokumentation und Kartierung sämtlicher architektonischer Oberflächenbefunde sollen bessere Einblicke in die urbanistische Gestaltung und die Entwicklung der verschiedenen Stadtteile gewonnen werden.

Ziele und Methode


Seit 2014 wird in der Unterstadt von Limyra ein Architektursurvey unter der Koordination von I. Uytterhoeven (Koç Universität, Istanbul) unternommen. Der ursprüngliche Fokus lag auf der ›Oststadt‹, wo mehrere substanzielle architektonische Strukturen an der Oberfläche sichtbar sind. Bei diesen handelt es sich sowohl um Überreste in situ (wie die Bischofskirche, die Südthermen, mehrere Reste von Häusern sowie ein Gebäude mit einer Doppelapsis) als auch um verstreute Architekturelemente abseits ihrer ursprünglichen Lage. Mit dem Ziel, bessere Einblicke in die urbanistische Gestaltung und Entwicklung dieses Teils der antiken Stadt zu gewinnen, wurden alle architektonischen Oberflächenbefunde vermessen, bestimmt, fotografisch dokumentiert und unter Verwendung einer Totalstation unter der Koordination von C. Kurtze kartiert.

Vorläufige Ergebnisse


Diese Arbeiten mündeten in einen ersten detaillierten Plan der ›Oststadt‹. Gemeinsam mit den Ergebnissen älterer Grabungen und der geophysikalischen Surveys trägt dieser Plan wesentlich zur Kenntnis der städtebaulichen Organisation und der Entwicklungen des antiken Limyra bei. So wird ersichtlich, dass die bogenförmig verlaufende, teilweise mit Säulen bestandene Straße, die die ›Oststadt‹ von West nach Ost durchzieht, das Rückgrat dieses urbanen Areals bildete, nach welchem sich die Orientierung der angrenzenden Gebäude richtete. Außerdem konnten detaillierte Informationen zu einzelnen Vierteln der ›Oststadt‹ gewonnen werden: so sind in ihrem westlichem Areal Insulae und mehrere Straßenverläufe im Terrain zu erkennen. Abgesehen davon wurde die (erneute) Aufmerksamkeit auf einzelne Gebäude wie die Bischofskirche oder auch ein guterhaltenes spätantik/frühbyzantinisches Haus im Südosten gelegt, wobei sich herausstellte, dass die Bischofskirche größer als bisher angenommen war.

Abgesehen von bereits bekannten Gebäuden konnten anhand von Architekturfragmenten auch bislang unbekannte Konstruktionen identifiziert werden. So fand sich ein Architrav mit der Darstellung eines Kreuzes – wohl ein Architekturteil der Kirche.

Obwohl die meisten an der Oberfläche erhaltenen architektonischen Überreste in spätantik/frühbyzantinische Zeit datieren, ist zu erwarten, dass künftige Untersuchungen in der ›Oststadt‹ auch neue Aufschlüsse über frühere Siedlungsphasen bringen werden.

Künftige Ausrichtung


Zusätzlich zu dem Survey in der ›Oststadt‹ ist ein ähnlicher Architektursurvey in der ›Weststadt‹ von Limyra geplant. Dieser wird ein umfassenderes Bild der städtischen Entwicklung in beiden Teile der Unterstadt sowie von deren städtebaulichen Zusammenhang im Laufe der verschiedenen Epochen ermöglichen.