Tierreste aus der frühmittelalterlichen Siedlung Pellendorf/Gaweinstal

Die zahlreichen archäozoologischen Funde aus Pellendorf/Gaweinstal in Niederösterreich erlauben die Erforschung der frühmittelalterlichen Haustierwirtschaft und Jagd in einer ländlichen Siedlungslandschaft. Die Tierknochen geben zudem Aufschluss über Form und Größe der noch wenig erforschten frühmittelalterlichen Haustiere. 

Die Grabungen in der frühmittelalterlichen Siedlung in Pellendorf/Gaweinstal erbrachten zahlreiche Befunde aus dem 7. und bis in das 9./10. Jh. Es konnten außergewöhnlich viele Objekte wie Grubenhäuser und Vorratsgruben gefunden werden, wobei zahlreiche Kontexte archäozoologisch und archäobotanisch beprobt wurden.

Anhand des tierischen Abfalls kann die Ernährung rekonstruiert werden. Die Ergebnisse werden die Intensität der frühmittelalterlichen Haustierwirtschaft und die Bedeutung der Jagd für die Ernährung im ländlichen Bereich beleuchten.

Neben dem Nahrungsabfall wurden in zahlreichen Gruben komplette Skelette gefunden, wobei sich zeigte, dass nicht nur Hunde, sondern auch Wiederkäuer in den Gruben vergraben wurden. Die Zusammensetzung der Tierarten kann unter Umständen Hinweise für die Ursachen der Deponierungen liefern. Andererseits bieten Skelettfunde sehr viele Informationen, beispielsweise über den Gesundheitszustand der Tiere. Und sie erlauben, den Habitus der so wenig erforschten frühmittelalterlichen Tiere sehr gut zu rekonstruieren.