Archäobotanische Untersuchung prähistorischer bis mittelalterlicher Fundstellen im Interreg SI-AT »PalaeoDiversiStyria«

Das Interreg-Projekt »PalaeoDiversiStyria« hat zum Ziel, die Kenntnis über die Genese des Siedlungs- und Landwirtschaftsraumes Ostslowenien und südliche Steiermark von der Prähistorie bis ins Mittelalter zu verbessern und im Zuge der Regionalentwicklung den Anbau und die Vermarktung ›traditioneller‹ Kulturpflanzen gezielt zu fördern. Archäobotanische Untersuchungen sollen dafür als Datengrundlage dienen.

Die Region Ostslowenien und südliche Steiermark vermittelt mit ihrem subillyrischen Klima zwischen dem subkontinentalen Pannonischen Becken, den Extrembedingungen des alpinen Raumes und dem submediterranen Klima: Warme Sommer und viele Sonnenstunden schaffen gemeinsam mit hohen Niederschlägen einen für die Landwirtschaft außerordentlich günstigen Siedlungsraum.

Lange Traditionen?


Entsprechend dieser Ausgangssituation finden sich die ältesten jungsteinzeitlichen (und damit agrarisch geprägten) Fundstellen der Steiermark im oststeirischen Hügelland. Trotz der an sich dichten archäologischen Prospektion und zahlreicher wohldokumentierter Ausgrabungen in der Steiermark sind archäobotanische Untersuchungen jedoch immer noch rar, die Datenlage für viele, vor allem prähistorische Epochen äußerst dünn.

Verbreiterung der Datenlage


Der am ÖAI angesiedelte Projektteil des Interreg-SI-AT »PalaeoDiversiStyria« hat nun vornehmlich die Aufgabe, diese Datenlage zu verdichten und den allgemeinen Kenntnisstand zur Agrargeschichte in der Steiermark zu verbessern. Insgesamt sollen 27 Fundstellen von der Kupferzeit bis in das Mittelalter bearbeitet werden und helfen, eine Kulturgeschichte der steirischen Landwirtschaft zu schreiben.

Dissemination


Auf Basis dieser Daten wird das Department für Bioarchäologie des ÖAI neben der Berichtslegung auch zahlreiche populärwissenschaftliche Texte, Anbaupläne und Grundlagen für andere Projektteile liefern, die sich der Belebung der Region für Tourismus und nachhaltige Landwirtschaft widmen. Der Anbau alter Kulturpflanzen soll gefördert und ihre Anbautraditionen wieder in den Vordergrund lokaler Identität gestellt werden.