AG »Archäobotanik«

Die AG widmet sich der Wechselbeziehung Mensch – Pflanze. Aus Siedlungskontexten gewonnene Samen/Früchte und Speisereste dienen als wichtige Informationsquelle in der Erforschung agrarischer und kulinarischer Traditionen, während Holz- und Holzkohlenreste Rückschlüsse auf Waldnutzung, bauliche und handwerkliche Traditionen erlauben. Eine ausreichend hohe Beprobungsdichte vorausgesetzt, kann die Variabilität von Konsummustern und Aktivitäten auch innerhalb von Siedlungen entschlüsselt werden.

Als naturräumliche Referenz dienen außerhalb der Siedlungen gewonnene pollenanalytische Daten. Sie erlauben im interdisziplinären Dialog mit Geoarchäologie, Geochemie, Petrologie oder auch Paläoparasitologie die Rekonstruktion von Landschaft, Klima und Vegetation sowie deren Veränderungen.

Eingebettet in den jeweiligen kulturhistorischen Kontext tragen all diese umweltarchäologischen Daten zum besseren Verständnis der wechselvollen Beziehung von Natur und Kultur bei, sei es zur Kontinuität oder Diskontinuität von Siedlungen, zu Versorgungsstrukturen urbaner Räume, zu Umweltverschmutzung oder zu den Auswirkungen klimatischer Veränderungen und Naturkatastrophen.

 

Leitung: Andreas G. Heiss