Bibliographie zum »Nachleben des Antiken Mythos«

Die umfangreiche Online-Bibliografie zum »Nachleben des Antiken Mythos« von der Antike bis zur Neuzeit unter der Mitarbeit von Bernhard Kreuz, Jakob Strazinger, Petra Aigner und Christine Harrauer wird laufend erweitert und umfasst derzeit 678 Seiten (Version 7/2021).

Datenbank »Neuerfundene Mythen der Renaissance«

Die Zeitlosigkeit und Anpassungsfähigkeit des antiken Mythos wurde von kreativen Dichtern, Gelehrten und Künstlern der italienischen Renaissance erkannt und spielerisch zur Schöpfung neuer Mythen nach antikem Vorbild ausgenützt; daran knüpften sehr bald auch Literaten und Kunstschaffende anderer europäischer Staaten an. Um solche Mythen der Forschung zugänglich zu machen und internationale Mitarbeit zu ermöglichen, wurde eine Datenbank erstellt, die nach Einarbeitung der Inhalte entsprechender Texte samt Kurzbiografien der Autor*innen online gestellt werden soll.

Als Aufnahmekriterien gelten:

I. Neugestaltung gegenüber der Antike:

  1. Einfügen neuer mythischer Gestalten in einen traditionellen Mythos (Mythen-Erweiterung)
  2. Einbau überlieferter mythischer Personen in einen neuen Handlungskontext
  3. Erfindung neuer mythischer Gestalten: vor allem Personifikationen von Orten, Flüssen (etc.) zur Idealisierung der eigenen Heimat des neuzeitlichen Dichters oder des Geburts- bzw. Wohnorts eines von ihm Gefeierten.
  4. Weiterführung einer antiken mythologischen Erzählung (fortsetzende Ergänzung eines tradierten Mythos)

II. Umgestaltung des Überlieferten:

  1. Ausgestaltung antiker Mythen, das heißt von Erzählungen, die selten (oder nur ein einziges Mal) überliefert sind, sowie von Mythen, deren Handlung in der Antike nicht ausgearbeitet wurde.
  2. Mythenerzählungen, die ein spontan neues Verständnis von Erklärungen antiker Gelehrter zu schwierigen mythologischen Anspielungen und Zusammenhängen zeigen.
  3. Entstehung neuer Mythen durch Missverständnisse oder Textverderbnis im Lauf der Tradition antiker Werke.

Die Datenbank wird in deutscher und englischer Sprache angeboten. Sie enthält nicht die ›klassische Rezeption‹ antiker Autoren wie Vergil, Ovid, Statius und anderen, sondern bietet in den drei Bereichen Literatur (vorwiegend lateinische, gelegentlich auch italienische, englische und französische), Musik (Libretti und andere Musiktexte) und Kunst (Darstellungen auf Gemälden, Fresken, Tapisserien, Cassoni etc., Skulpturen) ausschließlich neuerfundene Mythen. Die Datenbank deckt zunächst schwerpunktmäßig die italienische Renaissance ab und soll durch die angestrebte internationale Kooperation sich zeitlich und räumlich ausweiten.

In dem Bereich Musik besteht bereits eine Kooperation mit Alexander Rausch in der Forschungsgruppe »Musikwissenschaft« an der ÖAW, mit dem ein gemeinsames Forschungsprojekt zur systematischen Erarbeitung der Libretti geplant ist.

Zur Datenbank (derzeit nur für Projektmitarbeiter*innen benützbar)