GEODÄSIE UND PROSPEKTION

Da die Erfassung, Verarbeitung und Präsentation von Geodaten bei der wissenschaftlichen Synthese in nahezu jedem wissenschaftlichen Projekt eine fundamentale Rolle spielt, bildet die Geodäsie einen integrativen Bestandteil des ÖAI und dessen Kooperationspartnern.

Mit umfassender Kompetenz aus den Bereichen Geodäsie, Geoinformatik, geophysikalischer und archäologischer Prospektion sowie der Verzahnung mit anderen geowissenschaftlichen Disziplinen hat die Einheit die Zentralfunktion für raumbezogene Aspekte der archäologischen Forschung. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit am ÖAI wird ein Maximum an innovativer Kreativität, Qualität und Effizienz in der Ideenumsetzung und Methodenentwicklung erreicht.

Zu den zentralen Aufgaben zählen die Vermittlung grundlegender geodätischer Konzepte, die Beratung beim Einsatz geodätischer Instrumente, Methoden und Geografischer Informationssysteme (GIS) sowie die Erstellung von Karten und Abbildungen.

Ein langfristiges Forschungsprojekt ist die kontinuierliche Weiterentwicklung eines auf Internettechnologien basierten Geoinformationssystems, mithilfe dessen aktuelle und historische raumbezogene Daten visualisiert werden. Eine Verknüpfung mit Fachdatenbanken aus verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen ermöglicht darüber hinaus komplexe räumliche Analysen und erhöht somit den Wertschöpfungsgrad aller Daten.

Im Fokus der Außendiensttätigkeiten auf Ausgrabungen oder archäologischen Surveys stehen die Erstellung und Pflege präziser geodätischer Netze, die kartografische Erfassung archäologisch-historischer Befunde und deren topografischer Kontexte sowie die zerstörungsfreie Erkundung der Oberfläche des Terrains mittels archäologischer und geophysikalischer Prospektionsmethoden. Angewandte Aufnahmemethoden richten sich dabei grundsätzlich nach der Vorgabe der speziellen Fragestellung, die einer fachlichen Analyse unterzogen wird. Zu den klassischen Messinstrumenten zählen Maßband, Nivelliergerät, Tachymeter und GPS-Empfänger. Für die geophysikalische Prospektion können Georadar-, Geomagnetik-, Bodenwiderstands- und Suszeptibilitäts-Messsysteme angewendet werden. Geoarchäologische Befundungen erfolgen mittels Rammkernsondierausrüstung.

Innovationsstrategische Analysen für den Einsatz neuer Technologien gehören ebenfalls zu den Aufgaben. So hat in den letzten Jahren die vollflächige dreidimensionale Vermessung zunehmend an Bedeutung gewonnen. Anhand virtueller 3-D-Kopien können komplexe Geometrien am Bildschirm einfach und umfassend analysiert werden. Die Nutzung standardisierter 3-D-Austauschformate ermöglicht den unkomplizierten, schnellen Datenaustausch innerhalb der wissenschaftlichen Community. Zu den am ÖAI eingesetzten Instrumenten zählen terrestrische 3-D-Laserscanner, fotogrammetrische Messkameras, hochpräzise 3-D-Objektscanner und moderne Vermessungsdrohnen.