EPHESOS

Die Grabung Ephesos in der Westtürkei ist Österreichs größtes Wissenschaftsunternehmen im Ausland. Seit 1895 führt das ÖAI archäologische Ausgrabungen im Gebiet der antiken Stadt durch, seit 2015 zählt das antike Ephesos zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Ein Langzeitprojekt wie Ephesos bietet die Möglichkeit, an einer der bedeutendsten Fundstätten des Mittelmeerraumes archäologische Grundlagenforschung und Methodenentwicklung zu betreiben: Als Forschungsgegenstand steht eine Stadtanlage mit ihrem Umland zur Verfügung, die von der Bronzezeit bis in das Mittelalter durchgehend besiedelt war, und dies zumeist als Zentralort der Region. Die Grabung Ephesos begreift sich dabei als Plattform für interdisziplinäre Grundlagenforschung in der Archäologie. Bei den Feldforschungen werden heute modernste und zu großen Teilen zerstörungsfreie Methoden wie Surveys und geophysikalische Prospektion eingesetzt und nur gezielte, meist klein dimensionierte Grabungen durchgeführt. Einen zunehmend bedeutenden Aspekt der Arbeiten des ÖAI bilden Denkmalpflege und Monitoring des antiken Bestands.

Das ständige Grabungsteam des ÖAI besteht neben Archäologinnen und Archäologen auch aus Wissenschafterinnen und Wissenschaftern aus Komplementärdisziplinen. Neben den archäologischen Fächern finden zahlreiche Disziplinen Anwendung in Ephesos: Alte Geschichte, Archäometrie, Bauforschung, Statik, Kunstgeschichte, Bioarchäologie, Biochemie, Botanik, Byzantinistik, Epigrafik, Konservierung und Restaurierung, Genetik, Geodäsie, Geografie, Geologie, Geophysik, Metallurgie, Mikrobiologie, Numismatik, Palynologie, Petrografie, Seismologie, Soziologie, Turkologie, Zoologie. Alljährlich sind durchschnittlich 150 wissenschaftliche Mitarbeiter/innen aus bis zu 25 Nationen sowie 35 lokale Arbeitskräfte vor Ort beschäftigt und machen Ephesos zu einem archäologischen Großunternehmen.

Der Grabung Ephesos kommt eine äußerst produktive Rolle in der internationalen Wissenschaftslandschaft zu, die sich in hoher Internationalität, in großer Attraktivität für renommierte Forschungseinrichtungen, einer umfassenden Akzeptanz in der Scientific Community und starken Rezeption niederschlägt. Die Grabungen werden vom ÖAI unter Beteiligung nationaler und internationaler Forschungseinrichtungen und auf Grundlage einer jährlich zu erneuernden Genehmigung durch die Antikenverwaltung der Republik Türkei durchgeführt.