Leitung/Durchführung:T. Bezeczky

Kooperationspartner: R. Sauer, M. Mange


Nach Auskunft der antiken Schriftsteller war die Qualität des auf der Istrien-Halbinsel hergestellten Olivenöls hervorragend, (Plinius NH 15.9; Martialis 12, 63; Pausanias 10, 32, 19). Das Öl wurde in Amphoren abgefüllt und über das Meer bzw. am Festland weitertransportiert. Während des 1. Jhs. v. Chr. bis zum 2. Jh. n. Chr. wurden die militärischen Lager und Niederlassungen Norditaliens, Noricums und Pannoniens mit diesem Olivenöl mehr als hundert Jahre lang versorgt.

Die größte und bekannteste Werkstatt war im Besitz der Familie Laecanius nördlich von Pula, auf dem Gebiet des heutigen Fažana. Seit augusteischer Zeit (10/5 v. Chr.) bis 78 n. Chr. besaßen sie eine Werkstatt, die nach dem Aussterben der Familie Laecanius in kaiserlichen Obhut übergegangen ist.

Die Dressel 6B Amphoren der Laecanii sind an 53 Fundstellen in sieben modernen Staaten (Schweiz, Deutschland, Österreich, Ungarn, Kroatien, Slowenien und Italien) zu finden.  

Ein für frührömische Verhältnisse typisches Bild hat sich nach der Publikation der Funde aus der Werkstatt und den drei Villen ergeben. Auf den Amphoren sind zwei Stempel zu finden, und zwar in der Mitte des Randes jener des/der Besitzer und auf einem Henkel der Name des für die Erzeugung verantwortlichen Vilicus. Wir kennen mehr als 40 solche Namen (z.B. ADEL, AMICVS, FELIX, PIERI, VIAT...). In der Werkstatt wurden jährlich mehrere tausend Amphoren erzeugt, die aber nur teilweise abgestempelt wurden. Das Material und die Qualität der Amphoren ist nicht gleich, ihre petrologischen Untersuchungen sind im Gange.

Die Proben werden anhand dreier Methoden analysiert:

1. die frischen Bruchstellen werden mit einem Stereomikroskop untersucht, später in einer Vergrößerung von 1:10 und 1:20 fotografiert, danach werden aus den in Gruppen sortierten Proben jene Stücke für die petrologischen Untersuchungen ausgewählt.

2. Für die Herkunftsbestimmung der Materialien wurden Schwermineraluntersuchungen von Maria Mange am Department of Geology, University of California, Davis (USA) durchgeführt.

3. Die Bestimmung der Mineralien und der Gesteinssorten wird mit Hilfe von Dünnschliffen durchgeführt. Die 500 wurden von T. Bezeczky an der Archäologischen Fakultät der Universität Southampton angefertigt

Für die endgültige Auswertung werden auch die früher publizierten Ergebnisse der Laecanius Amphorenuntersuchungen herangezogen (G. Szakmány, T. Weiszburg, S. Józsa, R. Sauer)