Das Dissertationsvorhaben widmet sich der differenzierten Untersuchung von privatem Wohnbau in städtischen Siedlungen im westlichen Kleinasien vom 4. bis zum 7. Jahrhundert. 

Ausgehend von den Befunden des spätantiken Wohnquartiers in den Hafenthermen (sog. Byzantinische Wohnstadt) und weiteren spätantiken bzw. frühbyzantinischen Wohnbauten in Ephesos sollen die Ergebnisse anderer Grabungen wie etwa Pergamon, Sardis, Aphrodisias, Hierapolis und Halikarnassos auf diesem Gebiet in einer umfassenden Untersuchung dargestellt werden. Zunächst ist es erforderlich, sich jenen Aspekten zu widmen, die das Wohngebäude an sich betreffen. So sind Fragen hinsichtlich des Bauplatzes, der Nutzung bzw. Adaptierung kaiserzeitlicher Strukturen und somit auch der Grundrissgestaltung sowie der aufgehenden Partien zu klären, um nicht nur Grundrisstypen sondern – wenn möglich – auch Haustypen zu definieren.

Die strukturelle Gliederung eines Baues erlaubt bereits eine grobe Einteilung in Haupt- und Nebenräume, eine genaue Analyse von Raumfolge, -hierarchie und Ausstattungselementen (Boden- und Wanddekoration) soll eine differenziertere Einteilung von Repräsentations- und Privatbereichen, Hygieneeinrichtungen sowie Wirtschafts- und Nutzarealen ermöglichen. 

Ergänzend dazu bietet auch die bewegliche Ausstattung (z. B. Keramik, Kleinfunde) reiche interpretatorische Möglichkeiten hinsichtlich einzelner Funktionsbereiche. Zudem sind daraus Erkenntnisse zur sozialen und gesellschaftlichen Gliederung bzw. Differenzierung im spätantiken Ephesos ableitbar. Basierend auf einer genauen bautypologischen Erfassung der Monumente sollen lokalspezifische Bautraditionen überregionalen Bauformen gegenüber gestellt werden.

Das DOC-Programm endete im März 2011. An der Fertigstellung der Dissertation wird gearbeitet.