Bücher 2018-2021

Rainer Bauböck und Max Haller (Hrsg.), Dual Citizenship and Naturalisation. Global, Comparative and Austrian Perspectives

Die Duldung der doppelten Staatsbürgerschaft ist zu einem globalen Trend geworden, weil Staaten versuchen, die Bindung zu ihren Auswanderern aufrechtzuerhalten oder ihre Einwanderer zur Einbürgerung zu ermutigen. Dieser Band untersucht diese Änderungen der staatlichen Haltung und ihre sozialen Auswirkungen. Er beginnt mit Analysen der globalen Dynamik und fokussiert anschließend auf Länderfallstudien, die die verschiedenen Gründe und Absichten hinter Reformen der Doppelstaatsbürgerschaft veranschaulichen. Abschließend bieten fünf Kapitel die bislang gründlichste Analyse des österreichischen Sonderfalls. Sie zeigen die Größe des ungenutzten Einbürgerungspotenzials in Österreich, die Inkohärenz seiner Staatsbürgerschaftspolitik gegenüber Ein- und Auswanderern und die Notwendigkeit einer umfassenden Reform.

Wiebke Sievers, Rainer Bauböck, Christoph Reinprecht, Flucht und Asyl - internationale und österreichische Perspektiven

Flucht und Asyl haben lange die öffentlichen Debatten in Europa bestimmt. In vielen Ländern haben rechtspopulistische Parteien an Bedeutung gewonnen. Eine Einigung darüber, wie die Europäische Union ihre Verantwortung gegenüber den weltweiten Fluchtbewegungen wahrnehmen kann, scheint in weiter Ferne. Der vorliegende Band trägt zu einer Ausdifferenzierung dieser Debatten bei. Einerseits regt er dazu an, Flucht und Asyl aus einer internationalen und historischen Perspektive sowie aus dem Blickwinkel der Betroffenen neu zu denken. Andererseits präsentiert er empirische Ergebnisse zur politischen und zivilgesellschaftlichen Auseinandersetzung mit Geflüchteten, zu ihrer Integration in den Arbeitsmarkt sowie zu den Möglichkeiten und Grenzen ihrer gesellschaftlichen und kulturellen Teilhabe.

Wolfgang Aschauer, Martina Beham-Rabanser, Otto Bodi-Fernandez, Max Haller, Johanna Muckenhuber (Hrsg.), Die Lebenssituation von Migrantinnen und Migranten in Österreich. Ergebnisse einer Umfrage unter Zugewanderten. Wiesbaden: Springer Fachmedien, 2019

Die Zuwanderung der letzten Jahrzehnte stellt einen der zentralen Prozesse des sozialen Wandels in Österreich dar. In sozialwissenschaftlichen Erhebungen sind Personen mit Migrationshintergrund jedoch meist unterrepräsentiert. Der vorliegende Band präsentiert die Ergebnisse einer Zusatzerhebung zum Sozialen Survey Österreich 2016, mit dem Ziel, zentrale Werthaltungen, Einstellungen und Verhaltensweisen von Zugewanderten zu erfassen und mit jenen der heimischen Bevölkerung zu vergleichen. Dabei werden verschiedene Lebensbereiche wie Familie, Arbeit, Politik und Religion diskutiert. Die Ergebnisse werfen ein neues Licht auf die Frage der Integration der Zugewanderten in Österreich.

Max Haller, Migration und Integration: Fakten oder Mythen? Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2019
Mitarbeit: Katharine Apostle

Die Themen Migration und Integration sind politisch weltweit umstritten. Das hat auch damit zu tun, dass Wanderungen immer auch mit oft massiven sozialstrukturellen Wandlungsprozessen einhergehen, die nicht frei von Verteilungskonflikten sind.

Diese Publikation greift die wichtigsten Schlagwörter und Thesen zahlreicher öffentlichen Debatten auf und diskutiert sie sachlich auf der Basis vorliegender wissenschaftlicher Befunde, ggf. auch unter Verweis auf die Tatsache, dass es dazu gar kein gesichertes Wissen gibt bzw. geben kann. Die Publikation ist nur den empirischen Tatsachen verpflichtet und keiner Ideologie.

Rainer Bauböck (ed.), Debating European Citizenship. Heidelberg: Springer Verlag, 2019

An open access volume with 46 chapters on questions of citizenship, democracy, and mobility within the European context.

 

Wiebke Sievers and Sandra Vlasta (eds.): Immigrant and ethnic-minority writers since 1945: fourteen national contexts in Europe and beyond. Leiden: Brill/Rodopi, 2018.

This study analyses how immigrant and ethnic-minority writers have challenged the understanding of certain national literatures and have markedly changed these. In other national contexts, ideologies and institutions have contained the challenge these writers pose to national literatures. Case studies of the emergence and recognition of immigrant and ethnic-minority writing come from fourteen national contexts. These include classical immigration countries, such as Canada and the United States, countries where immigration became an issue after World War II, such as the United Kingdom, France and Germany, as well as countries rarely discussed in this context, such as Brazil and Japan. Finally, this study uses these individual analyses to discuss this writing as an international phenomenon. 

Carvill Schellenbacher, Jennifer; Dahlvik, Julia; Fassmann, Heinz; Reinprecht, Christoph (Ed.) Migration und Integration – wissenschaftliche Perspektiven aus Österreich, Jahrbuch 4/2018, Vienna University Press

Als klassisch interdisziplinäres Thema wird Migration und Integration in den unterschiedlichsten Disziplinen erforscht. Um den interdisziplinären Austausch zu fördern, publiziert und dokumentiert das Jahrbuch für Migrations- und Integrationsforschung regelmäßig Forschungsfragen und Ergebnisse der österreichischen Migrations- und Integrationsforschung.

Die Beiträge im vierten Band behandeln Themen wie Asyl, Gesundheit und Pflege, Familien und Sprache sowie Integration und Identität. Raum gegeben wird dabei neueren theoretischen und methodologischen Ansätzen und der Frage, wie sich die Forschungserkenntnisse in die Praxis einbringen lassen.

Leseprobe

Rainer Bauböck, Debating Transformations of National Citizenship. Heidelberg: Springer Verlag, 2018

An open access volume with 62 contributions on the transformation of citizenship through economic, social and political change, structured as a series of four conversations in which authors engage with each other on urgent issues of current debate.

Waldemar Zacharasiewicz, Transatlantic Networks and the Perception and Representation of Vienna and Austria between the 1920s and 1950s, Wien: Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften, 2018

US American journalists, authors and physicians spending time in Austria during the 1920s and 1930s established extended networks of friendship with Austrians. Despite the collapse of the monarchy and despite recurring political crises, these American visitors continued to perceive Vienna according to stereotype notions established during the 19th century. Austria was thus portrayed accordingly in many different literary documents from that later period. When a number of Austrians had to flee the country after the catastrophe of the Anschluss, their previously established friendships with American colleagues played an important role in their lives in exile. This publication describes the importance of these transatlantic connections, which continued to exert an influence well into the 1980s.