24.10.2017

Rückgang der Schwermetall-belastung in Buchenwäldern des Wienerwaldes

Internationalen Maßnahmen zur Reduktion der Emission von Schwermetallen zeigen deutliche positive Auswirkungen für unsere Wälder.

Aktuelle Ergebnisse aus dem bereits abgeschlossenen KIÖS-Projekt "Erholung der Böden des Wienerwaldes von den Auswirkungen des Sauren Regens" (Projektleitung: Ao. Univ.-Prof. Dr. Torsten Berger, Institut für Waldökologie der Universität für Bodenkultur, Wien) liefern wertvolle Anhaltspunkte über die Erholung der Böden im Wienerwald. 

Anthropogene Schadstoffemissionen der Sektoren Industrie, Verkehr und Energie verursachten großflächige Verunreinigungen mit Schwermetallen über atmosphärische Deposition. Saurer Regen verschärfte diese Situation aufgrund der Mobilisierung von Schwermetallen bei abnehmendem pH-Wert des Bodens. Erhöhte Schwermetallgehalte der Böden können folgende ökotoxikologischen Risiken verursachen: reduziertes Wurzel- und Triebwachstum von Pflanzen und somit der Biomasseproduktion, Abnahme der Bodenfauna und somit der Nährstoffgehalte des Bodens und der Blattmasse. Innerhalb der letzten beiden Jahrzehnte wurden die Emissionen von Blei und anderen Schwermetallen, insbesondere aufgrund der Implementierung des „Protocol on Heavy Metals to the Convention of Long-Range Transboundary Air Pollution (CLRTAP)“, stark reduziert. Von 1990 bis 2012 nahmen die Emissionen in Europa von Pb um 89%, von Nickel (Ni) um 67%, von Zn um 42% und von Cu um 1% ab (EEA, 2014). Obwohl diese Entwicklung sehr erfreulich ist, könnte eine gegenwärtige Freisetzung (Mobilisierung) der im Boden gespeicherten Schwermetalle eine Gefahr für den Wald und die Grundwasserqualität darstellen.

Ein Vergleich der Bodenparameter zwischen dem Stammfuß- und dem Zwischenflächenbereich von 152 Altbuchenbeständen des Wienerwaldes zeigte in den 1980ern einen signifikanten Einfluss der hohen Immissionsbelastung (Lindebner, 1990; Probenwerbung 1984). Da umfassende Untersuchungen zur Erholung der Böden von der historischen Schwermetallbelastung selten sind, beprobten wir 97 der 152 Buchenaltbestände des Wienerwaldes erneut (Probenwerbung 2012). Diese Arbeit baut auf einem umfangreichen Datenmaterial von Boden und Blattproben vor drei Jahrzehnten auf, welches weltweit einzigartig sein dürfte. Unsere Forschungsfragen lauteten:

  1. Wie haben sich die Schwermetallgehalte von Pb, Zn, Cu, Ni, Mn und Eisen (Fe) in den Böden nach Abnahme der Schermetalldeposition verändert?
  2. Wie sieht die geographische Verteilung der Schwermetallgehalte aus?
  3. Sind die Blattgehalte der Buchen als Bioindikatoren einer Schwermetallkontamination des Bodens geeignet?

Eine ausführliche Antwort wird in der beiliegenden englischen Originalarbeit in der renommierten Zeitschrift Environmental Pollution gegeben, eine kurze deutsche Zusammenfassung in der Forstzeitung (Download unten).

Unsere Schlussfolgerungen lauten, dass die internationalen Maßnahmen zur Reduktion der Emission von Schwermetallen deutliche (positive) Auswirkungen für unsere Wälder zeigen. Die Gefahr einer Schwermetallkontamination der Buchen des Wienerwaldes ist nicht mehr gegeben, wenngleich kritische Werte im Stammfußbereich noch immer auf diese historische Schwermetallbelastung hinweisen.

 

Literatur zu diesem Thema

 

Studie "Declining atmospheric deposition of heavy metals" / Anhang

Rückgang der Schwermetallgehalte, Teil 1 (Forstzeitung)

Rückgang der Schwermetallgehalte, Teil 2 (Forstzeitung)