Sonntag, 08. März 2015, 17:30

Ein Kriegsschauplatz wird zukunftsfähig

Der Beitrag der Umweltgeschichte zur nachhaltigen Entwicklung des Donauraums

Schon die Grenze des römischen Reiches verlief entlang der Donau, bis heute bildet sie unter anderem die Staatsgrenze zwischen Ungarn und Serbien sowie zwischen Rumänien und Bulgarien. Die Donau war ein umkämpfter Kriegsschauplatz, wovon nicht nur Unterwasserarchäologen Zeugnis geben können. Auch die jüngere Vergangenheit der aus dem Zusammenbruch des Osmanischen und des Habsburgerreiches hervorgegangenen Nationen ist von Konflikten geprägt. Zugleich war und ist der Donauraum, das multinationalste Einzugsgebiet der Welt, Raum für Hoffnungen und Projektionsfläche für große Erzählungen.

Die im Jahr 2011 mit großem Medienecho ins Leben gerufene EU-Strategie für den Donauraum ist Ausdruck solcher Hoffnungen. Doch der Donauraum trägt schwer an seiner Geschichte. Seine nachhaltige, zukunftsfähige Entwicklung wird davon abhängen, wie gut mit den materiellen wie immateriellen Lasten der Vergangenheit umgegangen werden kann. Das Netzwerkprogramm Danube: Future will die dringend benötigte geistes- und sozialwissenschaftliche Expertise der Donauländer für eine zukunftsfähige Entwicklung nutzbar machen. Was englische Zeitungen des 18. Jahrhunderts, Briefe über das Banat und seine Erzlagerstätten aus dem 19. Jahrhundert und die Post-Conflict-Division der UNEP dabei für eine Rolle spielen, wird der Vortrag beleuchten.

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