Do, 21.11.2019. 18:15

Hermann Cohen und Franz Rosenzweig

Die unterschiedlichen Positionen der beiden renommierten jüdischen Denker stehen im Zentrum der Leibniz Lecture von Myriam Bienenstock an der ÖAW. Die Philosophin wird dabei insbesondere das Differenzierungspotenzial im Blick auf gegenwärtige Fragen herausarbeiten.

© Myriam Bienenstock
© Myriam Bienenstock

Hermann Cohen (1842–1918) und Franz Rosenzweig (1886–1929) werden zu Recht zu den wichtigsten jüdischen Denkern der Neuzeit gezählt. Die beiden vertreten allerdings keineswegs einheitliche Positionen im Blick auf den deutschen Idealismus, sowie auf geschichtliche oder politische Fragen. Bis heute wirken ihre unterschiedlichen Sichtweisen und Auseinandersetzungen – beispielsweise über die Grundprinzipien der Religion und des jüdischen Denkens – in der Fachwelt nach.

Myriam Bienenstock, Professorin für Philosophie an der Université de Tours und eine international renommierte Spezialistin auf den Gebieten der modernen jüdischen Philosophie und des deutschen Idealismus, hat sich eingehend mit Cohen und Rosenzweig befasst. Ihre Erkenntnisse stellt sie in der diesjährigen Leibniz Lecture der ÖAW zum Thema „Hermann Cohen und Franz Rosenzweig. Ihre Bedeutung für die Praktische Philosophie der Gegenwart“ vor. Dabei wird sie zeigen, dass die Beschäftigung mit den Positionen der beiden jüdischen Denker nicht nur philosophiehistorisch relevant ist, sondern auch zur Klärung gegenwärtiger philosophischer Fragen beitragen kann, beispielsweise zum Thema der religiösen Anerkennung, das seit damals nichts an Aktualität verloren hat.

Die Leibniz Lectures der ÖAW nehmen darauf Bezug, dass Gottfried Wilhelm Leibniz während seiner Tätigkeit in Wien 1712–1714 dem Kaiser erste Pläne für eine „Societät der Wissenschaften zu Wien“ vorlegte. Die Leibniz Lectures an der ÖAW finden 2019 zum 15. Mal und nunmehr im Rahmen der Akademievorlesungen der ÖAW statt. Als Vortragende werden Persönlichkeiten eingeladen, die internationale Anerkennung nicht nur fachinterner Art gefunden haben. Ganz im Sinne des Leibnizschen Denkens stellen ihre Forschungen das Differenzierungspotential von Philosophie sowohl für die interdisziplinäre Verständigung als auch für die Auseinandersetzung mit öffentlich relevanten Problemstellungen der Gegenwart unter Beweis.

Einladung  Anmeldung

 

Informationen

 

Termin:
21. November 2019, 18:15 Uhr

Ort:
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Theatersaal 
Sonnenfelsgasse 19
1010 Wien

Wissenschaftlicher Kontakt:
w.M. Univ.Prof.i.R.Dr.Herta Nagl-Docekal

Kontakt:
Mag. Georg Brunner
T: +43 1 51581-1217
Österreichische Akademie der Wissenschaften
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