Mi, 23.10.2019. 18:00

Die osmanische Eroberung des Balkans aus bosnischer Perspektive

Emir O. Filipović, Mediävist an der Universität Sarajevo, präsentiert seine Forschungsarbeiten über die Beziehungen zwischen dem Bosnischen Königreich und dem Osmanischen Reich im ausgehenden Mittelalter.

Isa Bey Išaković an die Regierung von Ragusa (ca. 1454), Diplomata et acta, St. 818 © Staatsarchiv Dubrovnik
Isa Bey Išaković an die Regierung von Ragusa (ca. 1454), Diplomata et acta, St. 818 © Staatsarchiv Dubrovnik

Historiker/innen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts waren davon überzeugt, dass die Osmanen im Spätmittelalter von den Bosniern „eingeladen“ wurden, ihnen bei der Beilegung interner Konflikte zu helfen. Zugleich wurde die Eroberung Bosniens durch die Osmanen 1463 als geradliniger Prozess mit klaren Gegner dargestellt, die jeweils um die Vorherrschaft im Land kämpften.

Emir O. Filipović, Spezialist für die Geschichte des südosteuropäischen Mittelalters an der Universität Sarajevo, wird diese Annahmen in einem Vortrag der Reihe „Balkanforschung an der ÖAW“ grundsätzlich hinterfragen. Auf Einladung des Instituts für Neuzeit- und Zeitgeschichtsforschung der ÖAW analysiert er in „Who invited the Turks? Shifting patterns of alliances during the Ottoman conquest of Bosnia (1386–1463)“ die Komplexität der politischen Partnerschaften, die imperialen Ansprüche der Osmanen und die Machtlosigkeit des Königreichs Bosniens ihnen gegenüber. (Vortrag in englischer Sprache)

Gesamtprogramm

Informationen

 

Termin:
23. Oktober 2019, 18:00 Uhr

Ort:
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Institut für Neuzeit- und Zeitgeschichtsforschung der ÖAW, Fachbereich Balkanforschung
Apostelgasse 23, Seminarraum im Erdgeschoß
1030 Wien

Kontakt:
Dr. Robert Pichler
T: +43 1 51581-7362
Institut für Neuzeit- und Zeitgeschichtsforschung der ÖAW