Macao Science 1 wurde vom State Key Laboratory of Lunar and Planetary Science an der Macau University of Science and Technology (MUST) entwickelt und wird mit Unterstützung der China National Space Administration (CNSA) und der lokalen Regierung realisiert. Es ist der weltweit erste und einzige wissenschaftliche Erkundungssatellit, der in einer äquatornahen Umlaufbahn platziert wird, um das geomagnetische Feld und im Speziellen die Südatlantische Anomalie vom Weltraum aus zu erforschen. Der Start ist für 2023 geplant.

Die Südatlantische Anomalie ist ein Bereich mit einem deutlich abgeschwächten geomagnetischen Feld und einer damit verbundenen erhöhten Strahlungsaktivität. Ihr Zentrum liegt vor der Küste Brasiliens. Der innere der beiden Van-Allen-Strahlungsgürtel reicht am Äquator bis etwa 700 Kilometer an die Erde heran. Im Bereich der Südatlantischen Anomalie kommt er ihr deutlich näher. Gemeinsam mit der im Jahr 2013 gestarteten Satellitenmission SWARM der ESA soll die sich erweiternde und vertiefende Südatlantische Anomalie genauer als bisher erforscht und vermessen werden. Macao Science 1 soll dem Team am Boden hochpräzise, hochauflösende und langzeitige vektorielle Magnetfelddaten und Informationen über die hochenergetischen Teilchen in der Region liefern.

Die Gesamtlänge des Satelliten beträgt mehr als acht Meter und sein Gewicht etwa 500 Kilogramm. Die Magnetfeldsensoren werden auf einem 3,7 Meter langen, nicht-magnetischen Ausleger mit einer optischen Plattform montiert. Die wissenschaftliche Nutzlast besteht aus einem Hochenergie-Teilchendetektor, einem Star Tracker, einem Fluxgate-Magnetometer und einem Quanteninterferenz-Magnetometer (CDSM), dessen Sensor und sensornahe Elektronik vom IWF in Kooperation mit dem Institut für Experimentalphysik der Technischen Universität Graz beigesteuert wird (wie schon für CSES-1 und CSES-2). Die Entwicklung der Prozessor- und Energieversorgungselektronik des CDSM sowie dessen Gesamtintegration und Test erfolgen durch das Harbin Institute of Technology, Shenzhen.