Podiumsdiskussion

Forschen mit oder trotz Bürgerbeteiligung? Trend zur offenen Wissenschaft "zwingt ForscherInnen auf den Laufsteg".

Was passiert, wenn die Wissenschaft dazu aufgerufen ist, die BürgerInnen in die Forschung miteinzubeziehen? Kommt es zu einer "Trivialisierung der Wissenschaft", wie Brigitte Mazohl, Klassenpräsidentin der ÖAW und Teilnehmerin an der ITA-Podiumsdiskussion "Vom Elfenbeinturm ins Kaffeehaus - wieviel Öffentlichkeit braucht die Wissenschaft?" befürchtet? Oder ist die Citizen Science ein Instrument, um eine nächste Generation an technikbegeisterten EuropäerInnen heran zu ziehen?

Diesen für die Forschungslandschaft immer wichtiger werdenden Fragestellungen wurde im Rahmen der am 11. Mai vom ITA veranstalteten Podiumsdiskussion an der Österreichischen Akademie der Wissenschaft Raum gegeben. ITA-Experte und Soziologe Alexander Bogner hält fest: "Der Zeitgeist ruft spätestens seit Tschernobyl nach Beteiligung. Die Menschen fordern, dass der technische Fortschritt auch sozial verankert ist. Dieser Trend zwingt die ForscherInnen aber gleichzeitig auch auf den Laufsteg".

Celine Loibl, Leiterin des Sparkling Science Programms im Wissenschaftsministerium, sieht die Vorteile dieser Entwicklung zur Unterstützung einer unabhängigen Forschung:  Auch das Ministerium müsse vehement auf die Wichtigkeit von Forschung und Entwicklung hinweisen, um die notwendigen Mittel zu bekommen. Sie sehe aber auch die Begeisterung der Schülerinnen, die im Rahmen des Programms mit WissenschafterInnen zusammen arbeiten. Auf jeden Fall diene Partizipation EU-weit auch dazu,  "Europa technikfreundlicher zu machen".

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18.05.2016
Von: Denise Riedlinger

Am Podium v.l.n.r.: Brigitte Mazohl, Präsidentin der philosophisch-historischen Klasse der ÖAW, Martina Merz, Professorin für Wissenschaftsforschung an der Alpen-Adria-Universität, Lukas Wieselberg (ORF), Stefan Kuhlmann, Professor für Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft an der Universität Twente (NL), Celine Loibl, Programmleitung Sparkling Science (BMWFW), Alexander Bogner, Soziologe am ITA