ITA-Seminar, 18. Juni 2019: Susanne Öchsner (Uni Wien – Institut für Wissenschafts- und Technikforschung)

Der Körper als Teil der Infrastruktur. Die Herstellung von Aktivität und Datenkörpern in AAL Infrastrukturen

Die Alterung der Gesellschaft gilt als eine der zentralen Herausforderungen, denen sich Österreich – wie viele andere Staaten auch – in den kommenden Jahrzehnten zu stellen hat. Technologien, die unter dem Schlagwort Active and Assisted Living (AAL) Technologies zusammengefasst werden können, sollen hier Abhilfe schaffen. Sie sollen (1) Menschen dabei unterstützen, aktiv zu altern und so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben, (2) dabei helfen, die Qualität der Pflege zu steigern und die staatlichen Gesundheits- und Sozialausgaben zu senken sowie (3) neue Marktchancen für Unternehmen etablieren.

In meinem Beitrag stelle ich Erkenntnisse aus einer Studie zur Politik von AAL-Technologien vor, die sich kritisch mit diesen Versprechen auseinandersetzt. Einen besonderen Fokus richte ich in meinem Vortrag auf das Zusammenspiel zwischen dem alternden Körper und sensorbasierten AAL-Infrastrukturen. Individuelle Körper müssen zunächst maschinenlesbar (van der Ploeg 2012) gemacht werden, um sie überhaupt in eine Infrastruktur einbinden zu können, die dazu gedacht ist, die Risiken des alternden Körpers abzufedern. Anhand ausgewählter empirischer Beispiele zeige ich, wie dies bewerkstelligt wird, welche Formen von Aktivität in den Vordergrund rücken und was es bedeutet, sich um den Datenkörper zu sorgen.

Susanne Öchsner (Institut für Wissenschafts- und Technikforschung, Universität Wien) -- persönliche Homepage auf den Webseiten der Universität Wien: https://sts.univie.ac.at/ueber-uns/susanne-oechsner/

 

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