Foresight – Zukunftswissen für die Gegenwart

Was sind unsere Visionen für die Zukunft? Wie wollen wir leben, und welche Möglichkeiten bietet uns Technik dabei? Foresight-Studien setzen sich mit der Zukunft auseinander, um heute Gestaltungsspielräume für morgen zu schaffen.

Foresight-Studien sollen dabei helfen, methodisch und kontrolliert bedeutende Entwicklungstrends in Wissenschaft und Technik erkennen. Besonders dann, wenn sie großen Nutzen für die Gesellschaft und die Wirtschaft versprechen. Ein Beispiel ist die Energieversorgung – wie sie in Zukunft funktionieren kann, dafür gibt es zahlreiche neue Konzepte und Möglichkeiten. Foresight macht diese Entwicklungen transparent und verständlich. Das ermöglicht einen gesellschaftspolitischen Diskurs und erleichtert die Planung.

Besonders komplex wird es, wenn Technologien unser tägliches Leben beeinflussen. Menschen haben völlig verschiedene Bedürfnisse, Interessen und Werte. Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft kommen zu unterschiedlichen Pro- und Kontra-Argumenten. Die Politik hat die Aufgabe, mögliche Zukünfte aus der Gegenwart heraus zu gestalten. Dazu braucht sie Entscheidungshilfen. Gerade diese Herausforderung macht Foresight zu einem faszinierenden Bereich, der sich in- und außerhalb der EU zu einem wichtigen technologie-politischen Instrument entwickelt hat.

Grundlage für parlamentarische Arbeit


Viel hört man vom fahrerlosen Taxi oder davon, dass wir uns die Pizza schon bald per Drohne zustellen lassen können. Was ist, wenn wir einmal auf Labornahrung angewiesen sind? Wenn die Politik wissen möchte, welche soziotechnischen Entwicklungen gerade relevant sind, ist spezielle Expertise gefragt. In vielen Ländern, so auch in Österreich, greift das Parlament dafür auf Foresight-Wissen zurück: Das ITA unterstützt das österreichische Parlament seit 2017 darin, die wichtigsten neuen Entwicklungen zu identifizieren: Auf Basis eines breiten Horizon-Scanning-Prozesses werden die Abgeordneten in halbjährlichen Monitoringberichten systematisch informiert.

Gefragt wird dabei: Ist die Technologie bereits funktionsfähig oder erst im Entwicklungsstadium? Wie wichtig wird die Technologie für Österreich in den nächsten zehn Jahren sein? Die Wirtschaft fragt meist nur nach „Technological Readiness“, also danach, wann eine bestimmte Technologie „marktreif“ ist. Foresight wählt hier bewusst einen breiteren Zugang.

Gemeinsam innovativ sein


Wenn es um die Zukunft geht, soll nicht nur die Wissenschaft und die Politik, sondern auch die Bevölkerung zu Wort kommen, um gesellschaftliche Bedürfnisse klarer zu formulieren. Um dieses Wissen einzufangen und zu verwerten, braucht es andere wissenschaftliche Methoden:

Im Projekt CIVISTI ging es zum Beispiel darum, Visionen für ein Leben in Europa 2050 zu entwickeln. Wertvorstellungen und Alltagswissen von Laien werden mit dem Wissen von Fachleuten verknüpft, um zukunftsrelevante Themen zu definieren. Zuletzt wurden im EU-Projekt CIMULACT tausende BürgerInnen in 30 europäischen Ländern befragt. In Workshops haben sie Visionen und Szenarien für die Zukunft produziert und bewertet. Daraus haben ExpertInnen anschließend Forschungsthemen als Input für zukünftige EU-Programme formuliert, darunter z.B. „individualisierte Medizin“, „gleichberechtigter Zugang zum Gesundheitssystem“ oder „nachhaltige Transportlösungen in der Personen- und Güterbeförderung“.

Das ITA unterstützt Beteiligungsansätze weil sie dabei helfen, die Bedingungen für eine sichere, umweltfreundliche und sozialverträgliche Zukunft klarer zu definieren.

Ausgewählte Projekte zum Thema Technologie-Vorausschau


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