Was kostet Mobilität?

Der Verkehr steigt kontinuierlich an. Die Benzinsteuer als Haupteinnahmequelle gilt es bald durch ein faires Mobilitätspreissystem zu ersetzen. Woran dabei gedacht werden sollte, steht im 41. ITA-Dossier.

In den letzten dreißig Jahren hat sich der Verkehr auf unseren Straßen verdoppelt. Angebot, Infrastruktur und Fördermaßnahmen reichen noch nicht aus, dass der Großteil von uns auf ein Fahrzeug mit Elektroantrieb umsteigt. So raucht und dampft es weiter aus unseren umweltunfreundlichen Autos, wenn wir im Stau stehen, und das kostet der EU jährlich über 80 Milliarden Euro. Ein Teil des Geldes kommt aus der Benzin- und Dieselsteuer sowie hierzulande aus der Autobahnmaut, und die soll auch die Instandhaltung der vielen Autobahn-Kilometer finanzieren – zumindest teilweise.

Alternative Preisgestaltungen sind gefragt

Was zahlen wir zukünftig dafür, dass wir von A nach B kommen? Um diese Frage zu beantworten, muss man sich die Trendwende zur E-Mobilität gleichermaßen ansehen, wie den Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel. Immerhin fährt jede/r zweite ÖsterreicherIn mit dem Auto – genauer sind es 50,5% der Fahrten an einem durchschnittlichen Arbeitstag. Elektrofahrzeuge und der Umstieg auf Öffis haben aber einen finanziell nicht zu unterschätzenden Effekt: Die Besteuerung von Benzin ist eine wesentliche Einnahmequelle zur Refinanzierung und würde sinken, wenn wir begrüßenswerterweise weniger davon verbrauchen. Alternative Preisgestaltungen sind gefragt. Sollen wir für tatsächlich zurückgelegte Kilometer bezahlen, und wenn ja, wie sieht es dann mit dem Bus- und Bahnticketpreis aus?

Transparente Preismodelle um Konflikten vorzubeugen

Die Preise für Mobilität sollen so gestaltet sein, dass sie – gesellschaftlich gesehen – optimale Steuereffekte hervorbringen. Sie könnten auch dazu beitragen, Verschmutzung zu verringern und Umweltziele zu erreichen, meint Tanja Sinozic, Ko-Autorin des 41. ITA-Dossiers. Der Zweck von Preismodellen im Bereich Mobilität und der sinnvollen Verwendung von Einnahmen muss klar definiert und transparent dargelegt werden. Ziel dabei sei es, eine Balance zwischen möglichen Konfliktbereichen zu finden, darunter die Steigerung der Einnahmen für die Aufwände außerhalb der Besteuerung auf Treibstoff oder der Umgang mit der Auslastung und der Kapazität auf den Schienen und Straßen, ganz zu schweigen von Umweltschutzmaßnahmen und deren Kosten. Um möglicher Konflikte rechtzeitig vorzubeugen sollten die daraus entstehenden Interessengruppen die Möglichkeit haben, aktiv an Lösungen mitzugestalten.

Wie hoch künftig die Kosten für den Verkehr und seine Auswirkungen auf die Umwelt sein werden, ist nicht genau abschätzbar. Bislang gibt es kein übergreifend einheitliches Mobilitätspreissystem, das darauf abzielt, die Preise für Mobilität so zu gestalten, dass sich die beiden Prinzipien „NutzerIn zahlt“ sowie „VerschmutzerIn zahlt“ nicht widersprechen.

Links

Mobilität über Preise steuern. ITA-Dossier Nr. 41 (pdf)

14.01.2019
Von: TB

Die Autbahnmaut ist eine der Einnahmequellen für die steigenden Verkehrskosten (Bild: shutterstock)