Social Bots - Manipulation in Sozialen Medien

Wenn Computer Menschen imitieren und "Meinungen" ins Netz stellen - wie sollen wir da wissen, was echt ist und was nicht? Ein neues ITA-Dossier beleuchtet die Rechtslage, und gibt Empfehlungen ab.

Viele der vermeintlichen "Kommentare", die wir unter einem Tweet oder einem Facebook-Posting lesen, werden heute nicht mehr von echten Menschen geschrieben. Stattdessen stammen sie von sogenannten "Bots". Das sind Computerprogramme, die automatisiert Inhalte ins Netz stellen und so ein breites Publikum beeinflussen können.

Noch schlimmer wird es, wenn die Software uns Postings zeigt, die wir nur sehen, weil wir einer bestimmten Zielgruppe angehören. Unsere Likes und persönlichen Daten verraten viel über uns und machen uns so angreifbar für "Microtargeting", also personenbezogene Werbeeinschaltungen. "Politische Parteien nutzen diese Taktik auch, um WählerInnen gezielt anzusprechen: Eine Angestellte bekommt dabei auf Facebook und Co andere Dinge zu sehen als ein Pensionist oder eine Unternehmerin", meint ITA-Forscher Niklas Gudowsky, der sich für das ITA mit dem Thema befasst hat.

Einig sind sich die ExptertInnen darüber, dass Social Bots und Microtargeting ein gravierendes Problem für die freie Meinungsbildung darstellen. "Die BürgerInnen haben ein Recht darauf zu wissen, ob eine "Meinung" von einer Computersoftware stammt oder von einem Menschen. Demokratie kann nur dann funktionieren, wenn Medien, WählerInnen und PolitikerInnen nicht aufhören, kritisch nachzufragen", meint Gudowsky.

Hier geht's zum ITA-Dossier "Manipulation in sozialen Medien"

 

 

17.07.2018
Von: Denise Riedlinger

Nicht alles, was wir im Internet lesen, ist echt.