ITA-Neuerscheinung

Hoffnungsträger Nanomaterialien – 14 Perspektiven zum Umgang mit Nanotechnologien beleuchten Gefahren für die Umwelt, Nutzen für die Wirtschaft und Vor- und Nachteile für KonsumentInnen

Das Buch „Nano Risiko Governance – Der gesellschaftliche Umgang mit Nanotechnologien“, soeben im Springer-Verlag erschienen, legt den Schwerpunkt auf die Regulierung und die praktischen Anwendungen von Nanotechnologien: Die Themen reichen vom Umgang mit Nanomaterialien im Abfall über die Kennzeichnungspflicht für Konsumartikel bis hin zur Analyse der Berichterstattung in den Medien.

Sicherheit soll im Vordergrund stehen

Nanotechnologien gelten immer noch als relativ neues Forschungsfeld, das viele Rätsel aufgibt. Während sich der politische Diskurs in Europa zu Beginn des Jahrtausends auf wirtschaftliche und forschungspolitische Potentiale konzentrierte, treten seit 2006 die Bereiche Gesundheit, Verbraucherschutz oder Arbeitnehmerschutz in den Vordergrund.
Ko-Herausgeber André Gazsó leitet das vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie in Auftrag gegebene Projekt NanoTrust und ist Vorsitzender der 2013 gegründeten Nanoinformationskommission. „Wenn Produkte auf dem Markt sind, die Bestandteile enthalten, von denen keiner weiß, wie man sie richtig entsorgt und wie sie sich auf den Menschen auswirken, sollten wir als Gesellschaft darüber reden, wie man einen verantwortlichen Umgang pflegen kann“, betont er.

Technikfolgenabschätzer Gazsó führt diesen Dialog mit Behörden und Politik seit vielen Jahren. Das spiegelt sich auch in diesem gemeinsam mit Julia Haslinger herausgegebenem Buch wieder: So finden sich auf der Liste der AutorInnen etwa Reinhild Pürgy vom Sozialministerium oder Aleksander Zilberszac vom Gesundheitsministerium. „Es ist wesentlich, beide Seiten zusammen zu führen. Die Technikfolgenabschätzung bleibt so über aktuelle politische Entwicklungen auf dem Laufenden, und wir können unsererseits die Behörden bei der Aufbereitung von komplexen Forschungsergebnissen unterstützen“, so Gazsó.

Fokusgruppen, Bürgerdialoge und Co.

Und wie funktioniert ein Dialog mit der Öffentlichkeit über ein mit so vielen Unklarheiten behaftetes Forschungsgebiet? Ko-Herausgeberin Julia Haslinger hat die Kommunikation in den Medien gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland und der Schweiz unter die Lupe genommen: „In kaum einem anderen Gebiet haben wir erlebt, dass die BürgerInnen von Anfang an mit einbezogen worden sind. Das Motto war und ist ‚governing by dialogue‘. Dies ist der bewusste Versuch, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen, und medialen Gegenwind, wie wir das etwa bei der Gentechnologie erlebt haben, zu vermeiden.“ Die Berichterstattung in den Medien sei jedenfalls bisher „unaufgeregt“. Auch die Angst vor nano-hältigen Kosmetika oder Medikamenten hält sich in Grenzen, schließen die Autoren.

Nano Risiko Governance - Der gesellschaftliche Umgang mit Nanotechnologien; André Gazsó, Julia Haslinger (Hrsg.); 2014, Springer

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Projekt NanoTrust

24.07.2014
Von: Denise Riedlinger