Nutzung von Verkehrsdaten durch Mobilfunkbetreiber

Erhebung der Verkehrsdatennutzung und die Analyse der entsprechenden Datenschutzpolitiken

Die Kommunikation von Mobiltelefonen mit dem Netzbetreiber hinterlässt eine Datenspur in Form von so genannten Verkehrs- und Standortdaten. Mithilfe dieser lassen sich wertvolle Informationen über die Alltagsgewohnheiten von KonsumentInnen gewinnen.

So kann aus diesen Verkehrsdaten unter anderem ein ungefähres Bewegungsprofil erstellt und häufig besuchte Orte wie Wohn- oder Arbeitsort identifiziert werden. Nachdem es sich dabei um sehr aussagekräftige Informationen handelt, hat der österreichische Gesetzgeber im Telekommunikationsgesetz besondere Regeln für diese Daten vorgesehen. Diese dürfen nur zu bestimmten Zwecken ausgewertet und müssen anschließend gelöscht oder anonymisiert werden. Bei der Auswertung zu Marketingzwecken ist eine Zustimmung der KundInnen erforderlich.

Ziel dieser Kurzstudie war die Erhebung der Verkehrsdatennutzung durch österreichische Mobilfunkbetreiber und die Analyse der entsprechenden Datenschutzpolitiken. Eine Darstellung des rechtlichen Rahmens aus Telekommunikations-, Datenschutz- und anderen einschlägigen Gesetzen zeigte Diskrepanzen und Regulierungsdefizite. So wurde deutlich, dass die Mitbestimmungs- bzw. Zustimmungsrechte von NutzerInnen von z. B. Diensthandys unklar sind, dass überlegt werden könnte den KonsumentInnen ein Wahlrecht zwischen Anonymisierung und Löschung ihrer Daten einzuräumen und dass derzeit ein niedrigeres Schutzniveau bei alternativen so genannten „Over-the-top“-Anbietern besteht. Aus Sicht der KonsumentInnen sollte dies an das TKG-Schutzniveau angeglichen werden.

Unser Smartphone weiß ganz genau, wo wir gerade sind (Bild: Daria Nepriakhina on Unsplash)
Laufzeit
08/2018 - 09/2018
Finanzierung