Wenn der Bot im Netzwerk alles weiß ...

Künstliche Intelligenz in den sozialen Online-Netzwerken. Projekt in Kooperation mit dem Institut für vergleichende Medien- und Kommunikationsforschung (CMC) gestartet.

Wer kennt das nicht? Soeben noch im aktuellen News-Beitrag vom neu-erschienenen Smartphone gelesen, schon wird es im sozialen Netzwerk zum Kauf angeboten. Automatisch generiert und auf das Persönlichkeitsprofil zugeschnitten – der Algorithmus hat vom Surfverhalten und jeder einzelnen Kommunikation gelernt und trifft ins Schwarze, meistens jedenfalls.

Von welchen Bots werden wir täglich beeinflusst?

Doch der Algorithmus kann viel mehr: Sämtliche Inhalte und Profile in Facebook und Co. dienen dem Sammeln von Daten und deren Auswertung, darunter auch zur Überwachung, für Produkt-Bewertungen und Empfehlungen, zur Erstellung von Prognosen und für automatisierte Transaktionen. Diese sogenannten algorithmisch-selektiven Anwendungen umfassen personalisierte Newsfeeds, Trendthemen, Such- und Autovervollständigungsfunktionen, computergestützte Werbung, Kontaktempfehlungen, Identifikation und Filterung unerwünschter Inhalte, wie Pornographie, Spam oder Fake-News. Mit Hilfe von Chat- und Clickbots werden Informationen und Werbung automatisch und gezielt platziert.

Mit der zunehmenden Verbreitung dieser Anwendungen steigen auch die Risiken wie die Verletzung der Privatsphäre, Manipulation, Voreingenommenheit, Diskriminierung und der Verlust der individuellen Selbstbestimmung.

Das Projekt „Die Automatisierung des Sozialen: Algorithmische Selektion in sozialen Online-Netzwerken“ konzentriert sich auf die algorithmisch-selektive Anwendungen und auf die Folgen der Automatisierung. Es untersucht die Verbreitung, die Risiken und den Nutzen automatisierter Selektion und die technologischen und organisatorischen Governance-Maßnahmen, die von den Anbietern dieser Netzwerke umgesetzt werden, um den Risiken und problematischen Entwicklungen entgegenzuwirken.

Das Projekt wird 2018 unter der Leitung von Dr. Florian Saurwein am Institut für vergleichende Medien- und Kommunikationsforschung (CMC) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt in Kooperation mit dem Institut für Technikfolgenabschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften durchgeführt. ITA-Experte Jaro Krieger-Lamina wird im kommenden Jahr an dem Projekt mitarbeiten.

Die Finanzierung erfolgt durch den Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Österreichische Akademie der Wissenschaften.

Links

CMC-Webseite

Projekt-Webseite

06.12.2017
Von: Thomas Bayer

Bots sammeln unsere Daten (Bild: CC0)