Sicher innovativ bleiben – die EU sucht nach Lösungen

Kann das oft risikoreiche Arbeiten mit innovativen Materialien gleichzeitig sicher und umweltfreundlich sein? Die 50. Ausgabe des NanoTrust-Dossiers geht dieser Frage nach.

Arbeiten in der EU soll sicher sein. Gleichzeitig braucht es aber die Förderung von Innovation um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein Gegensatz? Nicht unbedingt – das Safe-by-Design (SbD) Konzept hat etwa zum Ziel, Sicherheitsfragen schon während der gesamten Entwicklungsphase von neuen Produkten zu berücksichtigen.

Am ITA forscht dazu aktuell das NanoTrust-Team: NanoTrust, ein von André Gazsó bereits 2007 begonnenes Projekt, beschäftigt sich mit der Sicherheit von Nanotechnologien. Die 50. Ausgabe des NanoTrust Dossiers behandelt die möglichst frühe Integration von Sicherheit und Nachhaltigkeit in Innovationsprozesse. Diese ist für Gazsó und seine Kolleginnen Gloria Rose und Anna Pavlicek das Gebot der Stunde: „Beim Innovationsprozess rund um Nanomaterialien geht es oft um wirtschaftliche und Konsuminteressen: können wir eine Folie entwickeln, die Lebensmittel länger haltbar macht? Nanopartikel in Sonnencreme schützen unsere Haut effektiver, aber was passiert, wenn diese Nanopartikel in die Umwelt oder den Abfallstrom gelangen? Durch Safe-by-Design versucht man Risiken durch den Einsatz von sicheren Materialien, Werkzeugen und Techniken stark zu vermindern.“

Erhöhte Arbeitssicherheit, mehr Umweltschutz, finanzielle Einsparungen oder der Schutz menschlicher Gesundheit –  während sich in den unterschiedlichsten Geschäftszweigen bereits eine Reihe von Konzepten mit Fragen rund um das sichere Arbeiten mit innovativen Materialien und Produkten befassen, haben sich nanospezifische SbD-Konzepte noch nicht etabliert und werden deshalb intensiv beforscht.

Links

NanoTrust-Dossier Nr. 50 "Safe-by-Design – Die frühe Integration von Sicherheit in Innovationsprozesse" (PDF)
ITA-Projekt: NanoTrust
ITA-Projekt: Safe Nano Kap
ITA-Projekt: Recipe

09.04.2019
Von: Denise Riedlinger

Innovation und Sicherheit müssen kein Gegensatz sein, finden die ForscherInnen rund um NanoTrust. (Foto: istock.com/Deklofenak)