NanoTrust – Phase 3 gestartet

Der Nanoaktionsplan und die Webseite nanoinformation.at wurden durch dieses seit 2007 laufende Projekt wesentlich mitgestaltet. Jetzt geht es um die konkrete Umsetzung von Regulierungsmaßnahmen.

Das Projekt NanoTrust geht in die dritte Runde. Das ITA forscht bereits seit 2007 zu zahlreichen Themen rund um Nanotechnologien. In den beiden voran gegangenen Phasen wurden die dringendsten Fragen analysiert: ITA-ExpertInnen schrieben hunderte Seiten an Information und gaben Empfehlungen ab, um EntscheidungsträgerInnen beim Umgang mit diesem völlig neuen Forschungszweig zu unterstützen. Dabei ging es u.a. um die Sicherheit am Arbeitsplatz, KonsumentInnenschutz, und – das erste Mal in Österreich – um die Regulierung von Nanomaterialien. In der dritten Phase stehen die Umsetzung von Regulierungsmaßnahmen und Risikomanagement im Mittelpunkt.

„Wir freuen uns sehr über die Verlängerung. Das zeigt uns, dass wir sowohl in der Wissenschaftsgemeinschaft als auch von Behörden und betroffenen Organisationen als unabhängig wahrgenommen werden“, meint Projektleiter André Gazsó. Gazsó wurde im November 2013 vom Gesundheitsministerium zum Vorsitzenden der Nanoinformations-Kommission ernannt. Er betont die Wichtigkeit eines allparteilichen Experten-Gremiums: „Wir werden unsere Forschungsfragen natürlich weiter nach eigenen Prioritäten stellen. Gleichzeitig muss aber das von uns produzierte Material bei der Umsetzung des Nanoaktionsplans der Bundesregierung von Nutzen sein.“

Wie gefährlich sind Nanopartikel?

Nanotechnologien versprechen neue Materialien und Produkte, etwa in Medizin, bei Kosmetika, in der Optik oder Bauwirtschaft. Was hat der anhaltende Kontakt mit Nanopartikeln aber für Folgen für den Menschen und die Umwelt? Die Toxikologin Myrtill Simkó war von 2007 bis 2013 NanoTrust-Expertin, und beschäftigte sich in ihrer Arbeit intensiv mit den Auswirkungen von Nanopartikeln. Sie meint dazu: „Die Wirkung von Nanopartikeln bzw. Nanomaterialien können je nach Anwendung und Komposition, und je nachdem auf welche Art sie in den Körper gelangen, sehr komplex sein. Vieles hängt auch von der Dosis ab. Diese Frage lässt sich daher nicht so einfach beantworten. Ich glaube dennoch, dass Nanomaterialien insbesondere in der Medizin, der Elektronik aber auch in vielen anderen Bereichen zum Einsatz kommen werden. Wir sind ja bereits in manchen Bereichen in dieser Zukunft angekommen: Nanomaterialien sind schon heute in vielen Produkten vorhanden."

Nanoinformation.at - alles rund um Nano

Obwohl also schon seit mehreren Jahren emsig geforscht wird, sind die langfristigen Auswirkungen von Nanomaterialien auf den Menschen und die Umwelt noch nicht geklärt. Auf nanoinformation.at kann man sich aber immerhin bestmöglich über alle Fragen und aktuelle News rund um Nano informieren. Das NanoTrust-Team hat für die im Auftrag des Gesundheitsministeriums entstandene Webseite vor allem Texte zu ArbeitnehmerInnen- und KonsumentInnenschutz verfasst.

Bis Mitte 2016 wird NanoTrust nicht nur vom BMVIT, sondern auch von den Ministerien für Gesundheits, Umwelt-und Konsumentenschutz kofinanziert.

Links

Projekt: NanoTrust
Thema: Nanotechnologie
Nanoinformation.at
NanoTrust-Dossiers

17.12.2013
Von: Denise Riedlinger

NanoTrust erhebt den aktuellen Wissensstand zu Nanotechnologien und bereitet ihn für Politik und Verwaltung auf. (Foto: iStockPhoto)