Digitale Assistenten

Alexa, Siri und Co. lauschen mit – neue ITA-Studie in Kooperation mit der Arbeiterkammer

Digitale Assistenten wie Amazons Alexa oder Google Assitant werden in Österreichs Haushalten immer beliebter. Sie stellen aber einen massiven Eingriff in unsere Privatsphäre dar. Was hat das für Folgen für die KonsumentInnen?

Digitale Assistenten können in sogenannte „smarte Lautsprecher“ integriert werden. Immer mehr Menschen nutzen dieses Angebot. Für die Zukunft scheint der Siegeszug von Alexa, Siri und Co. sicher. Diese Systeme haben aber nicht nur Zugriff auf die Kommunikation im Haushalt, sondern auch auf unsere Daten, und können damit unsere Lebensgewohnheiten erfassen.

Das Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der ÖAW hat in Kooperation mit der Arbeiterkammer (AK) eine Studie dazu durchgeführt, die am 16. Juli von Daniela Zimmer (AK) und dem Technikforscher Jaro Krieger-Lamina (ITA) präsentiert wurde: „Digitale Assistenten gibt es inzwischen nicht nur im Haushalt oder auf dem Handy, auch Autos oder Hotelzimmer sind bereits damit ausgestattet. Wir müssen uns darüber bewusst sein, dass wir damit großen Unternehmen die Kontrolle über unsere Interaktion mit der digitalen Welt geben, und uns damit einer lückenlosen Überwachung annähern“, betont Krieger-Lamina.

Werbung und Überwachung im Hintergrund

Denn so wie auch Suchmaschinen könnten die Systeme für gezielte Werbung und Manipulation der KonsumentInnen genutzt werden. Sie lernen über unsere Gewohnheiten und schlagen uns gezielt Produkte vor, die den kommerziellen Interessen der Hersteller dienen. Jeder Assistent könnte also andere Versandhändler, Transportunternehmen oder Urlaube vorschlagen.

Daniela Zimmer weist auf die „Vermenschlichung“ der Geräte hin: „Es ist kein Zufall, dass Alexa, Cortana oder Siri weibliche Namen sind und Frauenstimmen verwenden. Die Software kann sogar mit Humor antworten. Dies soll die Illusion einer freundschaftlichen Präsenz kreieren und Überwachungsaspekte kaschieren. Einmal in der Wohnung aufgestellt, befinden sich smarte Lautsprecher nämlich immer in Lauschbereitschaft.“

Mehr zum Thema

In Kürze: ITA-Dossier "Der Spion zu Hause" – (PDF, 2 Seiten)
ITA-Studie im Auftrag der AK
ITA-Projektseite: Digitale Assistenten

16.07.2019
Von: Denise Riedlinger

Auch wenn es Unterschiede zwischen den Anbietern gibt, kann man derzeit bei keinem von einem wirklich datenschutz-freundlichen Smart Speaker sprechen. (Foto: Gabort71/iStockphoto)