30 Länder machen Visionen für 2050

In Brüssel haben vor kurzem 36 Menschen dem offiziellen Lock-Down getrotzt, weil es ihnen wichtiger war gemeinsam mit unseren belgischen Partnern über die Zukunft zu sprechen. Beim CIMULACT-Event in Wien am 27. November werden rund 40 ÖsterreicherInnen Visionen für eine wünschenswerte und nachhaltige Zukunft im Jahr 2050 entwickeln.

Dabei sind Kreativität und Phantasie gefragt, denn es dürfen Fragen diskutiert werden wie: Was werden Menschen im Jahr 2050 essen, welche Technologien wird es geben, und wie sollen diese den Alltag bestimmen?

BürgerInnen geben die Richtung vor

Die Visionen können aus so vielfältigen Bereichen wie Energieversorgung, Gesundheit und Umwelt oder technische Innovationen kommen. „Forschungspolitik soll so gestaltet sein, dass sie auch den Interessen der Allgemeinheit Rechnung trägt“, betont Niklas Gudowsky, CIMULACT-Forscher am Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, das das Projekt gemeinsam mit Partnern in insgesamt 30 Ländern durchführt. „Wir wollen aus einer Themenvielfalt jene Themen herausfiltern, die für die Teilnehmenden derzeit den höchsten Stellenwert haben. Die Visionen der Menschen sind eine gute Basis für zukunftsorientierte Forschung und Entwicklung“, erklärt Ulrike Bechtold vom österreichischen Projektteam.

Unsere Gesellschaft verändert sich rasch: Herausforderungen wie die Globalisierung, der Aufstieg neuer Technologien, der Klimawandel oder demographische Veränderungen erfordern neue Denkansätze und Lösungen. Die EU-Kommission möchte durch Projekte wie CIMULACT BürgerInnen in die Mitgestaltung von Forschungsprogrammen mit einbeziehen – und so Lösungen für diese Herausforderungen finden. Die Visionen aller 30 Länder werden von ExpertInnen zu möglichen Forschungsthemen formuliert und der EU-Kommission, den nationalen Parlamenten und den nationalen Forschungsförderungsagenturen präsentiert.

Voraussicht erwünscht

Der Startschuss für das EU-Projekt CIMULACT, das unter der Leitung dänischer TA-ForscherInnen gemeinsam mit Partnerorganisationen in 30 Ländern durchgeführt wird, fiel im Oktober in Kopenhagen. Partner in Österreich ist das ITA. CIMULACT steht für „BürgerInnen und Multi-Akteurs Konsultation für das EU-Forschungsförderungsprogramm Horizon 2020“. In den kommenden Monaten werden mehr als tausend Menschen an den BürgerInnenkonsultationen in ganz Europa teilnehmen. Ziel ist es, die Vorschläge der BürgerInnen sinnvoll und realistisch in eine EU-weite Forschungspolitik zu integrieren.

Links

ITA-Projektseite CIMULACT
EU-Projekt CIMULACT
Blog: Citizenship in Brussels Blackout

25.11.2015
Von: Denise Riedlinger

Eine mögliche CIMULACT Visualisierung von vielen - (Foto: Cimulact)