CIVISTI - Ambient Assisted Living

Autonomes Leben in Wien – Aus Zukunftsvisionen von BürgerInnen zu mehr Unabhängigkeit im Alter erstellen ExpertInnen konkrete Handlungsempfehlungen für die Stadt Wien

Technologien und Dienstleistungen im Bereich des autonomen Alterns (AAL) sollen Autonomie, gesellschaftliche Teilhabe und Lebensqualität älterer Menschen erhöhen. CIVISTI will die Aufmerksamkeit von Forschung und Entwicklung auf konkrete Bedürfnisse der NutzerInnen lenken.

Bei den EntwicklerInnen von Technologien für ältere Menschen handelt es sich oft um marktnahe Forschungs- und Entwicklungsunternehmen. Daher kommt es häufig zu einer starken Fokussierung auf ökonomische Zusammenhänge. CIVISTI-AAL möchte der Politik eine Grundlage für F&E-Entscheidungen liefern, die auf den Bedürfnissen der AnwenderInnen beruht.

Die CIVISTI Methode

CIVISTI steht für „Citizen Visions on Science, Technology and Innovation“ und ist eine neue, vom ITA mit entwickelte Methode für vorausschauende Studien, die bereits in sieben EU-Ländern getestet wurde. Die Stärken liegen darin, unterschiedliche Sichtweisen zu Problemen und gesellschaftlichen Spannungen aufzuzeigen.

CIVISTI-Ambient Assisted Living - eine Weiterentwicklung

Bei CIVISTI-AAL wird erstmals zu einem spezifischen Thema lokal, nämlich in Wien, geforscht. Die zu erwartenden Ergebnisse werden so konkreter und damit leichter für F&E umsetzbar. Wiener BürgerInnen, Stakeholder (Pflegepersonal, Firmen, Familienmitglieder der Betroffenen) und ExpertInnen sollen gemeinsam ein ganzheitliches Bild relevanter Zukunftsthemen für ein autonomes Leben im Alter entwerfen. Der Prozess wird im Wesentlichen aus fünf Schritten bestehen:

(1) Der qualitative Teil beginnt mit der Erstellung von Visionen für ein autonomes Leben älterer Menschen in Wien im Jahr 2050 durch BürgerInnen mit Hilfe standardisierter CIVISTI-Workshops.
(2) Auf Basis der in den Visionen enthaltenen Werte, Wünsche und Ängste formulieren Teams aus ExpertInnen- und StakeholderInnen Empfehlungen für Forschung und Politik.
(3) Es folgt eine Analyse und die Zusammenführung von Visionen und Empfehlungen zu einem imaginären Newsletter aus dem Jahr 2050.
(4) Diese Synthese wird auf der Onlineplattform  www.leben2050.at dargestellt und von den teilnehmenden BürgerInnen und ExpertInnen bewertet.
(5) Die so gereihten Ergebnisse werden ebenfalls online der breiten Öffentlichkeit präsentiert und zur Abstimmung freigegeben. Die Ergebnisse dieser Abstimmung werden in bestimmten Abständen als „Themenbarometer“ veröffentlicht.

Kommunikation

Der weiterentwickelte Prozess fusioniert offline (face-2-face) und online (keyboard-2-keyboard) Überlegungen, um die Vorteile beider Partizipationsformen zu nutzen. Eine zu entwickelnde Web-Applikation ermöglicht ab 2014 unter der Url www.leben2050.at die Teilnahme einer größeren Zahl von BürgerInnen. Die externe Legitimation der Ergebnisse wird so wahrscheinlicher. Gleichzeitig gewährleisten die Workshops der ersten Phase den für die Visionserstellung wichtigen intensiven und direkten Kontakt zwischen den BürgerInnen.

Ein wichtiges Ziel ist die Einbindung möglichst vieler älterer Menschen in den Bewertungsprozess. Dies stellt große Herausforderungen an das Design der Webapplikation und die Kommunikationsstrategie der Projektpartner.

In Workshops werden gemeinsam Visionen für die Zukunft erarbeitet.