Wie wir in Zukunft elektrische Energie speichern

Gesellschaftliche, wirtschaftliche und Umweltfragen zu Energiespeicherlösungen

Energie zu speichern und bei Bedarf abzugeben gewinnt hinsichtlich des Trends zu Photovoltaik und Windkraft immer mehr an Bedeutung. Welche Anbieter von Speicherlösungen werden sich etablieren, und wird es in Zukunft einen sogenannten Speichermarkt geben? Mögliche volkswirtschaftliche Auswirkungen - auf die Gesellschaft im Allgemeinen sowie auf die Umwelt - stehen im Fokus dieser vom Österreichischen Parlament beauftragten Studie.

Regenerative Stromerzeugung wie Windkraft oder Photovoltaik ist abhängig von der Jahres- bzw. Tageszeit. Erschwerend kommt die Tatsache hinzu, dass die Nutzungsprofile – also der Bedarf an Energie im täglichen bzw. saisonalen Verlauf – oft nicht den Produktionsprofilen entsprechen. Auch die durch den weiteren Ausbau erneuerbarer Erzeugungskapazitäten bedingte räumliche Distanz zwischen Erzeugung und Verbrauch der elektrischen Energie ist eine infrastrukturelle Herausforderung für die Dekarbonisierung. Ein wichtiges Element zur Lösung dieser Herausforderung sind Speichertechnologien, die temporäre oder regionale Energieüberschüsse zwischenspeichern und bei Bedarf wieder abgeben. Es gibt mehrere Methoden zur Speicherung elektrischer Energie: sie reichen von hydraulischen Pumpspeichern über Schwungrädern bis zu elektrochemischen Speichersystemen (Batterien).

Durch die Einführung der europäischen Energieunion und der Liberalisierung von Energie- und Elektrizitätsmärkten stellt sich die Frage, welche Akteure in Zukunft Speicherleistung für Märkte bereitstellen dürfen. Soll Speicherung nur für die verschiedenen Netzbetreiber und Energieversorgungsunternehmen (EVUs) relevant sein oder wird sich in Zukunft eine Art Speichermarkt herausbilden, auf dem verschiedene Drittanbieter Speicherleistungen bereitstellen?

Diese Studie für das Österreichische Parlament wird den Fokus auf Umweltfragen, volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte legen und weniger auf technische und betriebswirtschaftliche. Die verschiedenen Stromspeichertechnologien bieten nicht nur vielfältige Chancen auf dem Weg zu einer dezentralen, dekarbonisierten Elektrizitätsinfrastruktur, sie bergen möglicherweise auch Probleme in Hinblick auf den Ressourcenverbrauch bei der Produktion oder in Hinblick auf die Entsorgung und/oder Weiterverwertung von elektrochemischen Speichersystemen in sich.

So birgt ihre Förderung, Nutzung und Regulierung politische Zielkonflikte. Auch Fragen nach der Sicherheit beim Umgang mit stationären Batteriesystemen in privaten Haushalten müssen gestellt werden. Im Fall von neuen oder erweiterten Pumpspeicherkraftwerken rücken hingegen potenzielle Konfliktpotenziale in Bezug auf Landschaftsnutzung, Naturschutz sowie Versorgungssicherheit in der Vordergund.

Das Projekt wird im Zuge des Rahmenvertrags mit dem Österreichischen Parlament von der "ARGE ITA-AIT Parlament" durchgeführt.

Publikationen

Publikationen

  • Ornetzeder, M., Bettin Steffen,, & Wasserbacher, D. (2019). Zwischenspeicher der Zukunft für elektrische Energie Endbericht (p. 102). Wien. doi:/10.1553/ITA-pb-AIT-9
  • Riedlinger, D. (2018). Energiewende. Ita-Newsfeed. Retrieved from https://www.oeaw.ac.at/ita/projekte/news/energiewende/
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Konferenzbeiträge/Vorträge

Konferenzbeiträge/Vorträge

  • 05.06.2019 , Brno
    Michael Ornetzeder: 
    Technology Assessment (TA) in the Context of the Energy Transition
    Science Meets Regions, Science for Energy Policy: Quadruple Helix Eco-innovation
  • 27.05.2019 , Wien
    Steffen Bettin: 
    Missionsorientierte Innovationspolitik und Technikfolgenabschätzung in Österreich am Beispiel Solarheimspeicher
    TA 19: Mission Control? Missionsorientierte Innovation als Herausforderung für die TA.
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