04.08.2020

Wer kontrolliert die Energie?

Lücken bei der Umsetzung von Smart Grid Lösungen analysieren Michael Ornetzeder und Tanja Sinozic im aktuellen TATuP-Magazin. 5G in Österreich diskutieren Karen Kastenhofer und Michael Nentwich. Um Nahrungsmittelsicherheit geht es im Editorial von Mahshid Sotoudeh.

In der Juli-Ausgabe von TATuP, der internationalen Zeitschrift für Technikfolgenabschätzung, unterziehen Tanja Sinozic und Michael Ornetzeder vom Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in ihrem Artikel ihre Erfahrungen mit dem Salzburger Wohnbau-Pilotprojekt "Rosa Zukunft" einer kritischen Analyse. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, inwieweit Sektorkopplung funktionieren kann, wenn es auf der legislativen und regulatorischen Ebene noch mehr Erfahrung braucht, um Defizite bereits frühzeitig ausgleichen zu können. Ornetzeder ist außerdem Mitherausgeber des Special Topics “Converging Infrastructures: Amplified Socio-Technical Problems“.

Saubere Energie für die Rosa Zukunft

"Sektorkopplung, also die Integration verschiedener Sektoren zur Steigerung der Produktion erneuerbarer Energien, gilt auf politischer Ebene als wünschenswert, um die Folgen des Klimawandels einzudämmen. Für eine erfolgreiche Umsetzung muss es uns aber gelingen, Bauträger, Industrie und die Nutzer*innen zu Hause durch eine klare Kommunikation und eine effiziente Strategie zu überzeugen. Das Land Salzburg versucht dies in der Wohnsiedlung "Rosa Zukunft" u.a. durch den Einsatz von Fotovoltaik, Elektromobilität oder etwa Energie-Monitoring. Dabei kam es in der Anfangsphase aber zu Missverständnissen: Manche Bewohner*innen verloren den Überblick, woher nun der Strom kam, und wen sie überhaupt bezahlten. Dies zeigt, dass Transparenz und Kommunikation ebenso wichtig sind wie der politische Wille und eine funktionierende Infrastruktur", erläutert Ornetzeder.

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Sicherheit am Lebensmittelsektor

In einer globalisierten Welt ist der Weg von Lebensmitteln zwischen Produktion und Konsument*innen nicht immer nachvollziehbar, argumentiert Mashid Sotoudeh in ihrem Beitrag zum Thema Nahrungsmittelsicherheit. Digitale Mechanismen wie Online-Handel seien aus Datenschutzperspektive ebenfalls mit Vorsicht zu genießen. Für Sotoudeh braucht es daher eine neue Vertrauensstruktur zwischen jenen Akteuren, die für die Qualität der Produkte und die Datensicherheit verantwortlich sind.

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5G und Gesundheit

Schadet 5G unserer Gesundheit? Karen Kastenhofer und Michael Nentwich stellen ihre aktuellen ITA-Studie für das Österreichische Parlament zum Thema „5G und Gesundheit“ vor, und fragen weiter, welche Rolle der Technikfolgenabschätzung innerhalb dieser europaweiten Entwicklung zukommt. „Inwieweit 5G uns schadet oder nützt ist noch nicht ausreichend erforscht“, so Kastenhofer. Es wäre also gut, mit Bedacht weiter zu gehen und Vorsorgeprinzipien wie Grenzwerte rechtzeitig zu berücksichtigen.

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