Sicherheit durch Überwachung

Europas BürgerInnen melden sich zu Wort: Diese internationale Konferenz an der ÖAW präsentiert die Ergebnisse dreier EU-Projekte zum Thema.

Die Aufdeckung der praktisch unbegrenzten Überwachungsaktivitäten der NSA durch Snowden oder auch die Ablehnung der Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung durch den Europäischen Gerichtshof sind eindeutige Signale, dass die Einbindung von BürgerInnen in Entscheidungen über Überwachungstechnologien dringend erforderlich ist. Denn: Wenn Überwachungstechnologien gesellschaftliche Probleme lösen sollen, verschwinden Bürgerrechte im Nu. Einzelne Gruppen schlagen zwar Alarm, ernsthafte Konsequenzen bleiben aber aus. Sind wir tatsächlich dazu bereit, unser Recht auf Privatsphäre gegen moderne Sicherheitsstrategien einzutauschen?

Am 13. und 14. November diskutieren internationale ExpertInnen darüber im Rahmen der Abschlusskonferenz der drei EU-Projekte SurPRISE, PRISMS und PACT in Wien. Alle drei Projekte stellten die Ansichten der europäischen BürgerInnen zu Sicherheit und Datenschutz in den Mittelpunkt. Unter den Rednern sind auch zwei hochrangige EU-Experten: Julian Kinderlerer, Präsident der European Group on Ethics in Science and New Technologies (EGE), spricht über die Ethik von Überwachungstechnologien. Peter Hustinx ist seit 2006 der amtierende Datenschutzbeauftragte der EU. Er widmet seinen Vortrag dem Umgang mit Beschwerden und Bedenken der BürgerInnen.

"Bewegen uns in die permanente Überwachung"

SurPRISE-Projektkoordinator Johann Čas vom Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) sieht dringenden Handlungsbedarf: „Wir bewegen uns ohne es zu bemerken in einen Alltag, in dem wir großräumig überwacht werden. Darüber müssen wir diskutieren.“

Das Treffen bietet die einmalige Gelegenheit, mit der Community relevante Themen zu ermitteln. Mit dabei sind nicht nur Forscherteams aus allen drei Projekten, sondern auch ExpertInnen aus den verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen, Politik, NGOs oder Strafverfolgungsbehörden. Ausgewählte Themen sind u.a. gesellschaftliche Kontroversen über den Einsatz von Überwachungsmaßnahmen, Sicherheit jenseits von Überwachung oder Verantwortungsvolle Forschung und Entwicklung für Sicherheitstechnologien.

Programm und Anmeldung

Internationale Konferenz: Der Blick der EU-BürgerInnen auf Sicherheit und Überwachung
13.-14. November 2014
ÖAW – Österreichische Akademie der Wissenschaften
1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2

04.11.2014
Von: Denise Riedlinger

Öffentlicher Raum wird immer mehr zum überwachten Raum. (Foto: Walter Peissl/ITA)