ITA-Seminar, 17. April 2018, 13:30 Uhr: Michael FUNK (Uni Wien)

Roboterethik - Zwischen Technikfolgenabschätzung und angewandter Ethik

Robotics ist ein Sammelbegriff für vielfältige technologische Entwicklungen. Im weiteren Sinne zu IT gehörend zählen hierzu neben Drohnen und selbstfahrenden Autos auch Prothesen, Exoskelette, industrielle Fertigungssysteme oder medizinische Pflegeapparaturen. Besonderes öffentliches Interesse haben in der jüngeren Vergangenheit neben Kampfrobotern und sogenannter „autonomer“ Kriegsführung auch „soziale“ Roboter erregt. Als „soziale“ Roboter werden Systeme bezeichnet, die meist als Serviceapplikation direkt mit technischen Laien interagieren. Jibo ist ein Beispiel für diese Entwicklung. Aber auch Sprachsysteme wie Alexa stellen zumindest Vorformen der nächsten Generation „sozialer“ Roboter dar. Mit diesen technischen Entwicklungen verbunden stehen vielfältige ethische Fragen. So zum einen etwa Probleme der Privatheit, des Datenschutzes und der Datensicherheit, zum anderen vielfältige Dimensionen des Verantwortungsproblems technischen Handelns – besonders wenn Roboter „autonom“ agieren – bis hin zu Szenarien des guten Lebens in zukünftigen technischen Gesellschaften. Auch das Verständnis von Krieg und Frieden, der Kombattantenstatus und die Doktrinen zivilgesellschaftlicher Sicherheit wandeln sich nicht zuletzt durch den Einsatz von Drohnen und IT. In diesem Vortrag wird in die Roboterethik als einer philosophischen Teildisziplin eingeführt. Es werden anhand ausgewählter Beispiele normative Konfliktlinien im Umgang mit Robotern skizziert und ein Einblick in Teile der einschlägigen Gegenwartsdebatte gegeben. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den Selbstverständnis der Roboterethik als angewandter Ethik, die eine besondere Nähe zur rationalen Technikfolgen-Abschätzung aufweist.

Michael Funk, Univ.-Ass., Medien- und Technikphilosophie, Institut für Philosophie, Universität Wien

Homepage und weitere Info: www.funkmichael.com
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