ITA-Seminar, Marion HUBER-HUMER (BOKU Wien), 19.04.2016, 16:00 Uhr

Wieviel Abfall braucht der Mensch? Von der Abfallvermeidung bis zu dessen Entsorgung

Abfälle sind eine alltägliche Folgeerscheinung unseres menschlichen Daseins und unserer Aktivitäten. Deren Mengenaufkommen und Zusammensetzung sind ein Spiegel unserer Gesellschaft, v.a. unserer Wirtschaftssituation und unseres Lebensstiles. In unserer westlichen Wohlstands- und Wegwerfgesellschaft ist das kommunale Abfallaufkommen in den letzten Jahrzehnten stetig gestiegen. Schwellen- und Entwicklungsländer holen diesbezüglich derzeit auf. In diesen Ländern sind jene Themen, die bei uns in den 70iger bis 90-iger  Jahren ein große Herausforderung in der Abfallwirtschaft darstellten, nämlich die gezielte Erfassung der Abfallfraktionen und deren umweltgerechte Entsorgung, sprich kontrollierte Deponierung, sowie hygienische Aspekte derzeit die aktuellen Aufgaben der Abfallbewirtschaftung. In den Industrieländern hat zwischenzeitlich der Wandel von der entsorgungsorientierten hin zur ressourcenorientierten Abfallwirtschaft stattgefunden, und die Abfallbewirtschaftung in Europa soll gemäß neuesten EU-Strategiekonzepten in eine vollkommene Kreislaufwirtschaft und „Zero-Waste Gesellschaft“ münden.

Am Institut für Abfallwirtschaft an der BOKU beschäftigen wir uns seit über 20 Jahren mit den unterschiedlischsten Forschungsaspekten zur Abfallthematik, beginnend bei der Entwicklung von Methoden zur Erhebung des Abfallaufkommens, von Konzepten zur Abfallvermeidung, Optimierung der Abfallsammlung (Logistik) und Verwertung (mit Schwerpunkt biogene Abfälle und Komposterzeugung), Umgang mit Reststoffen (z.B. Verbrennungsrückständen) bis hin zur emissionsarmen Endlagerung (Deponierung), deren Nachsorge und Monitoring. Innovative Abfallanalytik und Methoden zur Nachhaltigkeitsbewertung (wie Lebenszyklusanalyse, LCA) kommen dabei zum Einsatz. Neue Forschungsschwerpunkte, die sich in den letzten Jahren zunehmende entwickelt haben, sind der Umgang mit neuen „modernen“ Abfallströmen, wie z.B. Elektro- und Elektronikaltgeräten oder „Nanoabfällen“.

Weitere Info auf den Seiten des Instituts für Abfallwirtschaft (BOKU).


Info zu Frau Prof. Marion Huber-Humer